Meine Kuba Highlights

Das Viñales Tal - atemberaubend!
Das Viñales Tal - atemberaubend!

Kuba ist etwas Besonderes. Und damit meine ich nicht nur die Tatsache, dass es eines der letzten kommunistischen Länder auf der Erde ist. Es ist schon erstaunlich, wie viel eigenständige Kultur das kleine Eiland in der Karibik hervorgebracht hat. Doch auch die Natur weiß zu entzücken. Und die Menschen sind ein wirklich herzliches Völkchen. Man sollte  mindestens 3 Wochen für einen Besuch Kubas einplanen.

Meine Kuba Highlights

Havanna

Die Reise beginnt in der Hauptstadt. Und diese ist fantastisch! Tagelang kann man einfach durch die Gegend wandern und dabei Menschen und Gebäude bestaunen. Havanna wirkt fast wie ein Filmset; so viele besondere Ecken bietet Kubas größte Stadt.

Leider darf man bei seinen Erkundungen auch nicht die Altstadt auslassen, wo Tag für Tag ganze Horden von Kreuzfahrtschiff-Passagieren durchwalzen. Doch irgendwie schafft man es tatsächlich  immer wieder, die Touristen-Massen kurz zu vergessen. Es ist einfach alles so entzückend, dass man sie leicht ausblenden kann.

In der Fußgängerzone gibt es tolle Galerien und Buchläden. Und die vermutlich teuersten Mojitos des ganzen Landes! Doch in der Bodeguita del Medio muss man natürlich wenigstens mal gesessen haben, um sich für einen Moment wie Hemingway zu fühlen. Mein Tipp: Hier in der Altstadt nicht irgendwo Zigarren andrehen lassen. Man zahlt viel zu viel für sehr schlechte Qualität. Dafür lieber warten, bis man die Hauptstadt hinter sich gelassen hat. Na gut, eine kann man auch hier schon mal rauchen…

Spannende Alternative in Havanna: Ein Halbtagesausflug auf den Spuren Hemingways!

Impression aus Havanna
Impression aus Havanna

Auch das Capitolio ist natürlich einen Besuch wert. Hier fahren besonders viele der außergewöhnlichen Autos herum, für die die Insel berühmt ist. Hier eine kleine Auswahl dessen, was Dich erwartet!

Sehr gut gefallen hat mir die Promenade am Wasser, der sogenannte Malecón. Hier trifft man auch eher Kubaner als Touristen. Insgesamt ist Havanna einfach toll zum Umherlaufen und Staunen.

Abendstimmung am Malecón
Abendstimmung am Malecón

Und dann sollte man noch ein Taxi oder ein Colectivo (Autos, in denen man sich eng zusammendrängt >> unbedingt empfehlenswert und supergünstig!) zum Jose Martí Monument nehmen. Allein die Fahrt dorthin ist ein Erlebnis!

Auch sehr cool fand ich den riesigen Friedhof Cementerio Cristóbal Colón, auch Necropolis genannt, einer der tollsten Friedhöfe, die ich kenne. Am Eingang sagt man einfach, dass man in Havanna studiert (was natürlich ein gewisses Level an Spanisch voraussetzt), dann kommt man sogar umsonst rein. Schnell wird man dann von einem der inoffiziellen Guides angesprochen. Hier sollte man gleich zu Anfang einen festen Preis vereinbaren. Dann jedoch lohnt sich diese Führung sehr, denn der Guide bringt einen zu allen Gräbern berühmter Einwohner Havannas!

Auf dem Cementerio Cristóbal Colón
Auf dem Cementerio Cristóbal Colón

Ein absolutes Muss ist natürlich auch das Revolutions-Museum. Vieles hier wird mit einer solch starken Propaganda präsentiert, dass man am Ende des Besuchs nicht mehr so sicher ist, was gut und was böse ist. Allein dafür lohnt es sich herzukommen.

Am besten ist man beraten, wenn man einen einheimischen Kontakt vor Ort hat. Denn dann findet man auch seinen Weg in die tollen Tanzclubs, in denen die Kubaner schon nachmittags trinken und das Tanzbein zu live-Musik schwingen. Ein sehr tolles Erlebnis!

Strand

Ja, es ist tatsächlich nicht weit von der Hauptstadt bis zum nächsten Strand! Nur eine halbe Stunde mit dem Bus von Havanna entfernt findet man fantastische Strände, so zum Beispiel das Karibik-Paradies Playa del Este. Am kleinen Park gegenüber des Capitolio fahren alle 20 Minuten Busse ab, die einen bis direkt in den weißen Sand bringen.

Und wo man sich schon mal im Osten der Stadt befindet, noch ein Tipp: Die Festung auf der gegenüberliegenden Seite der Bucht, das Castillo de los tres Reyes Magos del Morro. Von hier aus hat man tolle Ausblicke auf Havannas Altstadt.

Ausblick vom Castillo de los tres Reyes Magos del Morro
Ausblick vom Castillo de los tres Reyes Magos del Morro

Der Westen

Viñales

Ein Ort, wo man auf jeden Fall hinmuss, ist Viñales. Von Havanna aus fahren jeden Tag mehrere Busse dorthin (Dauer etwa 6 Stunden). Alternativ kann man aber auch mit dem Fahrrad hinradeln – ein Erlebnis, das ich wirklich nur jedem ans Herz legen kann! Hier die Erlebnisse während meiner eigenen fünftägigen Radtour.

Viñales ist im Grunde selbsterklärend. Zunächst sollte man sich dem tollen Dorf selbst widmen, und zwar in Begleitung seiner Kamera! Es gibt hier an jeder Ecke tolle Motive. Alte Männer auf Verandas, Schriftsteller mit Zigarre im Mund am Marktplatz, Kinder beim Fussballturnier, … Beim Spaziergang kann man auch ruhig etwas weitere Kreise ziehen und sich dabei die hübschen Felder um das Dorf herum anschauen.

Und dann, am Besten wohl morgens, MUSS man zum Aussichtspunkt, der das komplette Viñales-Tal überblickt. Egal, wie viel man vorher darüber gehört hat, der Blick haut einen wirklich um:

Das Viñales Tal - atemberaubend!
Das Viñales Tal – atemberaubend!

Wer nach Viñales noch weiter will, sollte in die Provinzhauptstadt Pinar del Rio weiterziehen. Da ich nicht dort war, habe ich jedoch keine konkreten Tipps parat.

Las Terrazas

Egal ob man sich per Bus oder Rad in Richtung Westen aufmacht, auf dem Weg nach Viñales sollte man sich die wundervolle Gegend um Las Terrazas ansehen. Hier kann man auch toll unterkommen und abends den Geräuschen des Dschungels lauschen. Auch spannend sind die Höhlen nahe Viñales, wo Che Guevara während der Kuba-Krise sein Hauptquartier hatte.

Ein Vaquero in der Wildnis nicht weit von Las Terrazas
Ein Vaquero in der Wildnis nicht weit von Las Terrazas

San Diego de los Baños

Auch dieser kleine Ort liegt auf dem Weg von Havanna nach Viñales. Mir gefiel er sehr gut, da man hier nur wenige Touristen antrifft und auf diese Weise endlich mal authentisches kubanisches Lebensgefühl aufsaugen kann. Interessant sind hier die Mineralbäder, denen geradezu magische Qualitäten nachgesagt werden. Als ich da war, waren die Bäder von einem Wirbelsturm ziemlich zerstört. Doch mittlerweile sollten sie wohl wiederhergestellt sein.

Puerto Esperanza

In Puerto Esperanza darf man keinen tollen Strand erwarten. Diesen Fehler habe ich gemacht. Leider gibt es aber nur ein paar nicht so saubere Buchten, und der ganze Ort versprüht einen eher abweisenden und heruntergekommenen Charme. Dafür findet man hier die besten Krabben der Insel. Einfach nach der berühmten alten Köchin durchfragen! Sitzt man dann endlich in ihrem von oben bis unten mit Komplimenten aus aller Herren Länder vollgeschriebenen Haus, dann ist die Welt wieder in Ordnung!

Der Süden

Cienfuegos

Cienfuegos ist ein wahnsinnig malerisches Städtchen. Die Haziendas der damaligen Zucker-Barone mit ihren großzügigen Innenhöfen sind wirklich beeindruckend und alles ist hier auch deutlich besser in Schuss als in der Hauptstadt. Wie überall sonst kann ich nur wärmstens empfehlen, einfach durch die Gegend zu laufen und dabei zu staunen.

Abends macht es viel Spaß, ein bisschen an der Hauptstrasse entlangzuflanieren. Hier treffen sich die Einheimischen zum Ausklang des Tages und am besten gesellt man sich einfach dazu. Rum, Musik und Zigarren – business as usual…

Trinidad

Trinidad - ein riesiges Freilichtmuseum!
Trinidad – ein riesiges Freilichtmuseum!

Wenn es einen Ort gibt, den man bei einer Kuba-Reise unter keinen Umständen auslassen sollte, dann ist es wohl Trinidad. Wer dem Charme dieses kleinen Ortes nicht erliegt, sollte sich als seltsam erachten!

Empfehlenswert sind besonders jene Häuser, bei denen man bis hoch in den Turm steigen kann, denn von dort aus überblickt man die gesamte Schönheit des Ortes. Danach ein Kaffee mit einer Zigarre am malerischen Marktplatz und abends dann eine Show mit traditioneller südkubanischer Musik. Diesen Zyklus kann man auch ohne Probleme mehrere Tage in Folge wiederholen.

Östlich von Havanna

Varadero

Ich möchte tatsächlich behaupten, dass man sich diesen Ort komplett sparen kann. Er ist der Inbegriff von Massentourismus und zeigt Kuba von einer sehr unvorteilhaften Seite. Doch natürlich sind die Strände toll. Und wenn man ohnehin, wie ich auch, hier vorbeikommt, kann man auch einfach mal stoppen und sich sein eigenes Bild machen.

Ein Auto checkt sein Spiegelbild in Varadero
Ein Auto checkt sein Spiegelbild in Varadero

Was ich allerdings jedem empfehlen möchte, ist eine Fahrt im sogenannten Hershey-Train, einem alten elektrischen Zug. Mich ließ man diesen Zug tatsächlich für eine Weile steuern (die ganze Geschichte hier), aber selbst wenn das nicht passiert, ist eine Fahrt in diesem antiquierten Zug eine tolle Erfahrung. Los geht es in Matanzas, Endstation ist Havanna. Während der Fahrt kommt man vorbei an alten Zuckerfabriken und ehemals riesigen Plantagen, die viele Geschichten zu erzählen haben!

Generelle Kuba-Tipps

Flug

Man kann beim Flug unter Umständen ein bisschen was sparen, wenn man nicht direkt nach Kuba fliegt, sondern erst mal nach Mexiko. Klingt bescheuert, ist aber so. Und wenn man schon mal da ist, kann man sich auch gleich noch mal in Mexiko umschauen und ein paar Fisch-Tacos genießen!

Geld

Nirgends sonst gibt es ein System, in dem man im Grunde mit drei Währungen bezahlt: Dollar, kubanischer Peso und Peso Convertible. Ich will Euch nichts vormachen: Es ist nicht leicht! Um die Sache noch ein bisschen spannender zu gestalten, akzeptiert man seit ein paar Jahren vielerorts auch noch den Euro

Faustregel ist: In den touristischen Gegenden, insbesondere in den Hotels, sind Dollar und Peso das Zahlungsmittel der Wahl. In der Interaktion mit Kubanern (wie etwa beim Benutzen eines Colectivos) benötigt man den Peso Convertible.

Unnötig zu erwähnen: Tauschgeschäfte bieten mannigfaltige Möglichkeiten, übers Ohr gehauen zu werden. Zwar geschieht dies niemals mit Gewalt, aber sein Geld ist man am Ende trotzdem los. Ist mir gleich mehrmals passiert. Mein Tipp: Nicht zu gutmütig sein. Die Menschen sind arm und greifen nach jedem Strohhalm.

Sicherheit

Wo wir gerade bei Betrug und Kriminalität sind: Kuba ist ein unglaublich sicheres Land! Wie gesagt, es kann passieren, dass einem jemand sein Geld abluchst. Doch die Wahrscheinlichkeit, Gewalt zu erfahren, ist gleich null. Das liegt zum Einen an der Bildung und der Gutmütigkeit der Kubaner, zum Anderen schlicht daran, dass es für solche Delikte drakonischste Strafen gibt.

Unterkunft

Wer Kuba wirklich erleben möchte, sollte nicht in einer der zahllosen Touri-Hotelburgen versauern. Traveller wohnen stattdessen in sogenannten Casas Particulares. Das sind schlicht und einfach Zimmer in jemandes Haus, die man oft mitsamt zwei Mahlzeiten bucht. Vorteile: Man isst toll, zahlt wenig, unterstützt Einheimische statt großer Hotelketten, und hat eine Chance auf echte Interaktion mit den Menschen. Nachteil: Man hat nicht viel Privatsphäre, da die Menschen dann doch meist zu interessiert sind, um nicht ständig mit einem sprechen zu wollen.

Richtig toll fand ich, dass man seiner Familie nur sagen muss, wo es als nächstes hingeht. Dann rufen sie sofort bei Bekannten in der genannten Stadt an und so kann man die nächste Unterkunft immer schon im Voraus regeln. Für Havanna habe ich eine fantastische Empfehlung bei einem herzensguten Mediziner, Maykel. Bei Interesse, schreibt ihn einfach an: Maykelo1979@yahoo.com. Aber bitte mit lieben Grüßen von mir! ;-)

Kommunismus

Che Guevara
Che Guevara – nach wie vor nicht aus dem Alltag wegzudenken

Ich komme nicht umhin, dieses Thema wenigstens kurz anzuschneiden. Denn es ist omnipräsent. Gerade wenn man Spanisch spricht, kann man die marode Situation auf der Insel nicht ignorieren, da jeder Kubaner im Gespräch schnell auf die zahlreichen Missstände zu sprechen kommt. Den Leuten geht es einfach nicht gut. Fakt. Doch was noch viel schwerer wiegt, ist, dass viele auch mittlerweile jegliche Hoffnung auf Besserung aufgegeben haben.

Und oft fühlt es sich einfach nicht fair an, Tourist in Kuba zu sein. Etwa, wenn man abends wieder Essen vom Feinsten aufgetischt bekommt. Und das, nachdem man tagsüber die ewige Schlange gesehen hat, in der die Einheimischen für ein einfaches Laib Brot anstehen.

Tatsächlich hat mich die unterschwellige Verzweiflung und die allgegenwärtige Armut nach ein paar Wochen dermaßen mitgenommen, dass ich am Ende jemanden am Flughafen bestochen habe, um mich auf einen früheren Flug zu umzubuchen. Kein Witz.

Letztendlich muss jeder selbst für sich herausfinden, wie er die Situation vor Ort empfindet.

Einige Kubaner werden einen um Hilfe bitten. Das kann durchaus auch bedeuten, dass man – nach der Reise – aus seiner Heimat Pakete mit benötigten Dingen auf die Insel schickt. Ist man solche Verbindungen mit Kubanern eingegangen, wird man die Insel zumindest so bald nicht vergessen. Ich würde es sehr empfehlen, denn eine solche Partnerschaft ist fast die einzige Möglichkeit, wie man sich beim kubanischen Volk erkenntlich zeigen kann.

Literatur

 


Dieses Buch lässt einen in vielen kurzen, authentischen Geschichten tief in die Seele des Landes blicken. Ich kann nur jedem empfehlen, das Buch bereits bei Ankunft verinnerlicht zu haben.

Alle Orte dieses Trips auf einer Karte:

Für weitere Länder- und Städtehighlights geht es hier entlang:

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Geschrieben von
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