Berlin außergewöhnlich erleben: Berlins 10 aufregendste Abenteuer

Baseflying

Berlin, Stadt der tausend Gesichter. Gibt es eigentlich irgendetwas, das es in diesem bekloppten Laden nicht gibt?! Zweifelhaft.

Du bist verrückt mein Kind, Du musst nach Berlin, wo die Verrückten sind, ja, da musst Du hin!

(Franz von Suppé)

Was viele Besucher bei all der Kunst und Kultur, all den Parties und Clubs, all den Flohmärkten und Pop-Up-Stores, trotz allem nicht auf dem Schirm haben, das sind die zahlreichen Abenteuer, die man in Berlin erleben kann! Mir wurde das selbst erst so richtig klar, als ich kürzlich ein Team der BBC dabei begleitete, wie sie ein paar dieser Abenteuer portraitierten.

Nach etwas zusätzlicher Recherche habe ich sie nun hier exklusiv für Euch gesammelt:

Berlins 10 aufregendste Abenteuer

1. Einfach mal fallenlassen: Base Flying

Fangen wir gleich mal mit dem harten Tobak an. Base Flying hat gewisse Ähnlichkeiten mit Bungee-Jumping, nur dass man hier nicht an einem dehnbaren Seil befestigt ist. Stattdessen trägt man einen Gurt, an dem ein Stahlseil eingeklinkt wird, das wiederum über eine Winde läuft. Der Kick: Den größten Teil der 125 Meter befindest Du Dich im freien Fall, erst am Ende bremst Dich die Winde langsam ab! Ein solcher Adrenalinschub war früher nur Base Jumpern vorbehalten. Und daher hat das Base Flying auch seinen Namen.

Baseflying

Allein schon der Blick von der Terrasse des Park Inn ist der Wahnsinn. Man wähnt sich auf Augenhöhe mit dem direkt nebenan stehenden Fernsehturm. Hängt man dann schließlich mit dem Bauch nach unten über dem Abgrund, stellen sich einem umgehend die Nackenhaare auf. Doch ein Zurück gibt es dann nicht mehr. Und das ist auch gut so. Denn das Gefühl beim freien Fall ist wirklich unschlagbar!

Baseflying

Wo: Park Inn am Alexanderplatz, Tickets gibt es unten in der Empfangshalle.

2. Gut aussehen auf der Flucht: Parkour

Parkour ist eine Sportart, die sich erst in den letzten Jahren ins öffentliche Bewusstsein gespielt hat. Das kunstvolle Überwinden von Hindernissen erfordert Kraft, Ausdauer und Konzentration, und ist einfach nur ästhetisch anzusehen. Natürlich hat gerade Berlin durch seine teilungsbedingten Ruinen einige urbane Hindernisse zu bieten. Es war also nur eine Frage der Zeit, bis Parkour seinen Weg aus Frankreich in die deutsche Hauptstadt findet.

Parkour
Parkour: Ein großer Teil des Trainings besteht aus Kraft- und Dehnübungen

Im Rahmen der #blnchallenge bekam ich 2014 die Gelegenheit, selbst einen Parkour-Crashkurs zu absolvieren. Auch wenn dieser wirklich sehr anstrengend war, kann ich das nur jedem empfehlen! Nachdem man die Basics verinnerlicht hat, kann man dann auch getrost alleine losziehen und/oder sich neue Tricks über Youtube beibringen. Hier geht’s zu meinen Erfahrungen dieses Kurses.

Parkour
Erste Erfolge: Ich überspringe eine kleine und erklettere eine große Mauer!

Wo: Die Kurse finden am Velodrom in Lichtenberg statt. Parkour One hat sehr motivierte Ausbilder.

3. Das Kind in sich aufwecken: Klettergarten Mount Mitte

Direkt in meiner Nachbarschaft befindet sich der ehemalige Mauerstreifen. Auf Höhe des Nordbahnhofes habe ich noch bis 2005 mich besuchende Freunde von auswärts auf den alten Wachturm geschleppt, der da noch immer im Wind schaukelte. Doch dann gestaltete man das Gelände schließlich radikal um. Wo früher der Wachturm stand, befindet sich heute ein fast unwirklich anmutendes Gelände, das auch noch einen etwas etwas ungelenken Namen trägt: Mount Mitte.

Nachdem ich lange Zeit immer nur dran vorbeigelaufen war, stand ich im Rahmen des oben erwähnten BBC-Drehs plötzlich angeseilt und mit Helm auf dem Kopf mittendrin. Und das Ding macht eine Menge Spaß! Auf drei Ebenen klettert man über Hindernisse aller Art, natürlich immer mit Seil und Gurt gesichert. Hat man dann die Spitze erklommen und auch noch das sehr spannende Seil bewältigt, das einmal quer durch den Turm reicht, kann man am Fusse des Gebildes noch für Getränke einkehren. Oder nebenan noch eine Runde Beachvolleyball spielen. Definitiv ein schräges Paralleluniversum. Und auf jeden Fall einen Besuch wert!

Mount Mitte
Mount Mitte: Sogar ein paar Trabis finden sich in dem ungewöhnlichen Gebilde…

Wo: Mount Mitte am Nordbahnhof.

4. Vom Winde verweht: Kitelandboarden auf dem Tempelhofer Feld

Berlin hat ja vieles, was man mittlerweile auch anderswo finden kann. Aber einen riesigen stillgelegten Flughafen mitten in der Stadt – das ist wohl doch momentan weltweit einzigartig! Seit der Öffnung des Geländes als Park vor ein paar Jahren sind hier permanent neue Ideen verwirklicht worden. Ein Skatepark, ein Shaolin-Tempel, ein Urban Gardening Projekt, …

Und auf den betonierten Pfaden des Flughafens drehen mittlerweile Gefährte aller Art ihre Runden. Vermutlich am auffälligsten sind hierbei die sogenannten Kitelandboarder, im Grunde eine Art Kiteboarder ohne Wasser! Das Ganze macht eine Menge Spaß, ist aber nicht mal eben in ein paar Minuten zu lernen. Zunächst mal muss man sich mit dem großen ‚Lenkdrachen‘ vertraut machen, der ordentlich Schub liefert. Fühlt man sich dabei dann einigermaßen safe, steigt man auf ein langes Skateboard mit großen Reifen. Und dann ab dafür! Wie bei allen Sportarten, bei denen man mit den Naturgewalten spielt, ist das auch hier ein erhabenes Gefühl. Wer sich für diese Sportart interessiert, sollte zunächst mal einen kleinen Kurs absolvieren. So spart man sich auch erst mal die Anschaffung des kostenintensiven Equipments.

Kitelandboarding

Wo: Tempelhofer Feld. Den Kurs bekommt man zum Beispiel bei der ‚Berliner Kiteschule‘.

5. Need for speed: Deutschlands längste Carrera-Digitalbahn

Carrera – für kleine Jungs ein geradezu magisches Wort! Fast niemand konnte sich damals des Reizes erwehren, im Wohnzimmer Autorennen zu fahren. Doch man sollte nicht glauben, dass diese Beschäftigung ausschließlich Kinder glücklich macht. Besonders nicht, wenn man auf Deutschlands längster Digitalbahn seine Runden dreht, mit bis zu sechs Fahrern gleichzeitig!

Das Besondere hier: Spurwechsel sind ebenso möglich wie Überholmanöver und man muss sogar Tankstopps einlegen. Mit der eigens für die Anlage geschriebenen Software kann man dann nachher sogar den Rennverlauf begutachten. Ich kann nur sagen: Die perfekte Beschäftigung an einem verkaterten Sonntagnachmittag!

Karrerrabahn Berlin

Wo: Slot-House, Dominicusstr. 43, 10827 Berlin.

6. Get up, stand up: Stand Up Paddling

Wo wir schon mal bei Wasser sind: Im Sommer 2015 war es nicht mehr von der Hand zu weisen – der Trend des SUP oder Stand Up Paddling ist nun definitiv auch in Deutschland angekommen! Im Grunde sprechen wir hier von einem sehr breiten Surfbrett, auf dem man sich mit Hilfe eines langen Paddels stehend fortbewegt. Doch so banal das auch klingen mag: Es macht wirklich eine Menge Spaß!

Stand Up Paddling
Stand Up Paddling – Ich muss jedoch zugeben, dass dieses Bild in Hamburg entstand…

Berlin mit seinen zahlreichen Wasserwegen und Seen bietet sich natürlich für diese Sportart an. Nicht überall darf man mit den Dingern hin, aber die Stadt bietet doch eine Menge Möglichkeiten. Gerade die Strecke zwischen der Oberbaumbrücke und den Treptowers garantiert ein besonders beeindruckendes Erlebnis. Und wenn das normale ‚Suppen‘, wie man so schön sagt, mal langweilig werden sollte, dann empfehle ich eine Yoga-Stunde auf dem SUP! Now balance that shit!

Wo: Überall in der Stadt. Und mittlerweile gibt es auch zahlreiche Anbieter wie etwa den Standup Club.

7. Vertical Limit: Klettern am Bunker

Kletterhallen gibt es in Berlin natürlich ohne Ende. Doch wem das ein wenig zu eintönig ist, der sollte sich mal auf in Richtung Wedding machen. Denn hier steht ein Bunker aus dem zweiten Weltkrieg, der auch als Flakturm diente. Verblichene Zeichnungen auf Infotafeln zeigen ihn, wie er damals allein auf weiter Flur stand. Durch die Aufschüttung von Schutt nach dem Krieg aber wuchs rund um den Bunker ein stattlicher Hügel, sodass man ihn nur noch an einer Seite als solchen erkennen kann.

Und genau das ist die Seite, die bei Kletterern sehr beliebt ist! Doch Vorsicht: Durch die glatte Struktur des Betons ist diese Wand nur für fortgeschrittene Kletterer ab Grad VI geeignet.

Bunker Humboldthain
Der Bunker im Humboldthain: Von weitem sehr grün, von nahem sehr grau. Und früher war er mal nicht von Erdreich umgeben.

Wo: Bunker im Humboldthain, Zugang von der Brücke am Gesundbrunnencenter.

8. Fuchs und Hase Gute Nacht sagen: Wildnis mitten in der Stadt

Wer schon mal betrunken im Morgengrauen nach Hause gekommen ist, weiß Bescheid: Berlin ist voller wilder Tiere! Füchse, die brav nach rechts und links schauen, bevor sie breite Strassen überqueren, Krähen, die sich ihre Walnüsse vom Strassenverkehr knacken lassen, und sogar Wildschweine, die es sich in den Parks gemütlich gemacht haben. Und das ist nur die Spitze des Eisbergs.

Tatsächlich kann man in Berlin geführte Wildnistouren unternehmen, bei denen man all diese Tiere mit etwas Glück aus der Nähe beobachten kann. Und das auch noch nüchtern!

Die Touren haben unterschiedliche Schwerpunkte. Viele finden frühmorgens oder sogar nachts statt. Aber eines kann ich Dir versprechen: Nach einer solchen Tour wirst Du die Stadt mit anderen Augen sehen!

Berlin Natur
Hinter diesen Bäumen könnte so ziemlich alles lauern!

Wo: An den vielen grünen Orten Berlins. Eine große Auswahl an Touren hat etwa die Wildnisschule Berlin.

9. Abtauchen in die Unterwelt

Berlin ist, nicht zuletzt dank seiner turbulenten Geschichte, viel mehr als das, was man über der Erde sehen kann. Die Stadt ist unterhöhlt von zahllosen Bahnschächten, Kanalisationsrohren und unterirdischen Lagerräumen. Dazu kommen noch die zahlreichen Bunkeranlagen aus dem zweiten Weltkrieg.

Viele dieser Orte waren lange Zeit nicht zugänglich. Einige waren komplett verschüttet. Heute jedoch kann man eine ganze Menge davon besichtigen. Und ob es nun ein stillgelegter U-Bahnhof oder ein alter Bunker ist: Man begibt sich auf ein echtes Abenteuer! Sehr beeindruckend etwa ist der Mutter-Kind-Bunker in Kreuzberg, den man nicht ansatzweise wahrnimmt, obwohl er damals 3000 Menschen Platz bot!

Berliner Unterwelten
Berliner Unterwelten: Mittlerweile gibt es über zehn verschiedene Touren durch Berlins Untergrund. Eine startet am geschichtsträchtigen Nordbahnhof.

Wo: Im ganzen Stadtgebiet. Touren kann man buchen bei den Berliner Unterwelten.

10. Auf die Archaische: Mit dem Floss auf Berlins Wasserwegen

Immer mal wieder sieht man in Zeitschriften Fotos jener New Yorker Hippies, die sich aus Müll große Flösse bauen und damit durch die Gegend schippern. Jedes Mal bin ich aufs Neue von ihnen fasziniert. Nun gibt es in Berlin zumindest eine Möglichkeit, dieses Lebensgefühl auch in der deutschen Hauptstadt zu erleben.

Natürlich läuft das Ganze hier deutlich gesitteter ab, doch ein Spaß ist es allemal. Bei verschiedenen Anbietern kann man Flösse aller Arten und Größen mieten und sich damit über das weitläufige Wassernetz bewegen, das Berlin umgibt. Von Flössen, die wie ein ein kleines Zeltlager wirken über Kähne, auf denen man mit dem ganzen Freundeskreis unterwegs sein kann, bis hin zu umgebauten Lastkähnen, auf denen man sogar wohnen kann – mittlerweile gibt es zahllose Möglichkeiten.

Floss Berlin
Flossfahren in Berlin – es gibt zahlreiche Optionen

Wo: Im Grunde überall, wo es Wasser gibt. Anbieter sind etwas ‚Floss und los‘ oder ‚Hauptstadtfloss‘.

Geführte Touren sind vielleicht etwas aus der Mode gekommen, aber es gibt mittlerweile sehr spannende Angebote, gerade auch um Außergewöhnliches zu entdecken. Zum Beispiel den Mythos Tempelhof lüften, Berlin wie im Film sehen oder Fototouren durch die Szeneviertel der Stadt, bei denen Du Berlin mal von einer anderen Seite kennenlernen kannst.

Du interessierst Dich für Wochenmärkte und Street Food Events? Mit dieser Map und dem Eventkalender hier verpasst Du keinen Markt mehr, und weisst dazu immer gleich, wo Du hin musst!

Alle Orte dieses Artikels auf einer Landkarte:


Berlin interessiert Dich? Dann schau doch mal in meine anderen Artikel über die Hauptstadt:

Und für Geschichten aus Berlin und aus der ganzen Welt, check meine Bücher aus!

Alle Bücher 2014

 

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Geschrieben von
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