Bangkok ungewöhnlich – 9 Geheimtipps und alternative Sehenswürdigkeiten

Bangkok alternativ

Bangkok ist eine faszinierende Stadt, die aber gerade den Erstbesucher auch gerne mal erschlagen kann. Man sollte einfach die Bangkok Geheimtipps kennen, denn dann hat die thailändische Hauptstadt wirklich eine Menge zu bieten. Meine ursprüngliche Hassliebe zu Bangkok, die nach ein paar Tagen Aufenthalt regelmäßig in einer Flucht gipfelte, hat sich im Laufe der Jahre wirklich in bedingungslose Zuneigung verwandelt!

Natürlich gibt es in Bangkok die altbekannten touristischen Highlights, die man unbedingt gesehen haben muss. Dazu gehören etwa Königspalast, Wat Pho, Chinatown, Wat Arun und der Golden Mount. Diese Sehenswürdigkeiten findest Du aber in jedem Guidebook, daher gehe ich hier nicht noch mal darauf ein. Stattdessen möchte ich Dir diese alternativen Tipps hier ans Herz legen:

Bangkok ungewöhnlich – 9 Geheimtipps und alternative Sehenswürdigkeiten

1. Hippie Shit: Erreiche den Theta Zustand im Isolationstank!

Wer mit der ungewöhnlichen Arbeit von Terence Mc Kenna vertraut ist, weiss bereits, was ein Isolationstank ist. Es geht hier um die komplette Ausblendung sensorischer Reize und, in der Konsequenz, um die Erreichung des Theta Zustandes. Unnötig zu erwähnen, dass man hier in Bangkok jedoch nicht wie good old Terence LSD einwirft, bevor man in den Tank steigt. Ist auch nicht nötig. Denn auch ohne bewusstseinserweiternde Substanzen ist eine Stunde im Tank eine außergewöhnliche Erfahrung!

Durch das Wasser, salzhaltiger als das Tote Meer, befindet man sich in einer Art Schwebezustand, und verliert so schon bald das Gefühl für seinen Körper. Per Knopfdruck lässt sich der Tank verdunkeln, sodass man auch komplett aller visuellen Eindrücke beraubt ist. Und dann empfehle ich noch, die bereitgestellten Ohrstöpsel zu verwenden, denn damit ist man wirklich ganz alleine mit sich und seinem Geist! Noch besser (und nackter) kann man nicht meditieren. Und noch günstiger (2000 Baht für eine Stunde) kann man wohl nirgends Zeit in einem Isolationstank verbringen.

Update August 2017: Leider ist das Theta Float Center bis auf weiteres geschlossen.

Theta State Float Center

Theta State Float Center, 88/1 24th Avenue Mall, 1st Floor A4/A5/A6, Soi Sukhumvit 24, Khlong Ton, Klong Toei, Bangkok 10110

 

Keine Lust, Bangkoks ungewöhnliche Orte auf eigene Faust zu entdecken? Dann empfehle ich eine Tour mit Bengji, der super deutsch spricht und ebenfalls ein Faible für Bangkoks Geheimtipps hat!

2. Vintage für Fortgeschrittene: Entdecke die echten Perlen auf diesem unbekannten Flohmarkt!

Natürlich könnte ich jetzt hier den Klassiker Chatuchak empfehlen, aber den kennt ja nun wirklich schon jeder. Und selbst der bei Hipstern beliebte ‚Train Market‘ hat mittlerweile Einzug ins kollektive Backpacker-Bewusstsein gehalten. Doch es gibt eine Alternative: Wat Suan Kaew. Dieser Tempel liegt ein wenig außerhalb von Bangkok und die Idee ist simpel: Wie bei einem Wertstoffhof bringen hier die Menschen ihre nicht mehr benötigten Dinge hin. Diese werden thematisch sortiert, teilweise von Spezialisten aufgearbeitet und dann zu echten Schnäppchenpreisen wieder unters Volk gebracht. Klamotten, Möbel, Elektronik, Musik, Bücher, Nippes – you name it!

Doch nicht nur, dass man hier echte Perlen finden kann. Das ganze Tempelareal ist zudem dermaßen schräg gestaltet, dass man sich ständig fragt, wo man hier eigentlich hingeraten ist. Prädikat: Weirdly wertvoll!

Wat Suan Kaew Flohmarkt
Wat Suan Kaew Flohmarkt

Und so  kommt man hin.

3. Inselhopping ohne Meer: Entspann Dich auf Ko Kret!

Eines meiner persönlichen Highlights in Bangkok ist seit jeher der mächtige Fluss Chao Praya. Kann ich irgendein Ziel auch mit dem Boot statt per Taxi oder Tuk Tuk erreichen, mache ich das auch heute noch jedes einzelne Mal.

Für eine etwas längere Tour im Boot empfiehlt sich ein Ausflug zur außergewöhnlichen Insel Ko Kret. Per Taxiboot (Ausgangspunkt: Banglampoo Pier) geht es zunächst 45 Minuten in Richtung Norden. In Pak Kret angekommen, kann man die paar hundert Meter zum Pier am Wat Sanam Nua leicht zu Fuss zurücklegen. Von dort lässt man sich für 10 Baht von einer Fähre auf die Insel übersetzen.

Und dann wird man seinen Augen kaum trauen: Es entfaltet sich ein wundervolles Fleckchen Erde, idyllisch, ruhig und sehr authentisch – und das alles nicht viel mehr als eine Stunde vom hektischen Zentrum der Stadt entfernt. Auf Ko Kret, dank seiner Tonerde ein Töpferei-Zentrum, lässt es sich toll herumwandern, Ruhe inhalieren und Teak-Gebäude bestaunen. Sieben kleine Dörfer und sechs Wats laden zum Erkunden ein. Nach der Wanderung sollte man dann noch die frittierten Orchideenblüten testen, die hier eine lokale Spezialität sind. Und, wenn man sehr hartgesotten ist, zum Nachtisch noch ein tausend Jahre altes Ei!

Ko Kret
Ko Kret

4. Statt Taxi oder Tuk Tuk: Mit dem Fahrrad durch Bangkok!

Eine Fahrradtour durch Bangkok – klingt beim berüchtigten Horror-Verkehr der Metropole erst mal schlimm, oder? Daher würde ich auch nicht dazu raten, sich alleine auf den Drahtesel zu schwingen. Stattdessen empfiehlt sich eine geführte Tour, denn die Guides kennen die Stadt wirklich wie ihre Westentasche. Auf diese Weise bekommt man in kürzester Zeit eine Menge zu sehen.

Es gibt mittlerweile zahlreiche Anbieter für geführte Fahrradtouren, doch ich empfehle immer gerne die Touren von Rent-a-Guide. In nur wenigen Stunden besichtigt man Märkte, Tempel, Thaiboxschulen, Slums und am Ende noch eine verblüffend grüne Gegend Bangkoks am anderen Flussufer. Besonders gut hier: Man ist immer nur mit einer Handvoll Leute unterwegs.

Fahrradtour Bangkok
Fahrradtour Bangkok

5. Siamesische Kunst mit einem Twist: Besichtige das Museum of Contemporary Art (MOCA)!

Überraschend eigentlich, dass dieses Museum noch immer ein Geheimtipp ist. Doch es existiert auch noch nicht so lange. Und es liegt ein wenig ab vom Schuss. Am besten stattet man dem Museum daher einen Besuch ab, wenn man sich ohnehin gerade beim Chatuchak Markt herumtreibt, denn von dort ist es nicht mehr weit.

Das MOCA ist schon architektonisch ein echter Hingucker mit seinen riesigen weißen Räumen. Auf fünf Ebenen findet man dann einen umfassenden Überblick über die zeitgenössische Kunstszene Thailands. Besonders interessant fand ich persönlich, wie die alten siamesischen Künste immer wieder in den modernen Kunstwerken auftauchen. Auch für Kunstbanausen (wie mich selbst) ist der Besuch des MOCA auf jeden Fall lohnenswert!

Kaffee und Kuchen im Café im Erdgeschoss sind übrigens auch top!

MOCA
MOCA

MOCA, 499 Kamphaengphet 6 Rd., Ladyao, Chatuchak, Bangkok 10900 Thailand.

Gut zu wissen: Montags geschlossen.

6. Gruseltour der anderen Art: Das Bangkok Medical Museum

Gerade das liebe ich ja an Bangkok: Auch ich entdecke immer wieder neue Orte, so auch Anfang 2017 das Siriraj Medical Museum. Wer mal in Scheiben geschnittene Menschen sehen möchte, der ist hier richtig aufgehoben. ;-)

Von Banglampoo aus muss man nur einmal über den Fluss und schon ist man auf dem Universitätsgelände, wo man  das Museum dann jedoch erst mal finden muss. Der Eintrittspreis von 200 Baht ist gut für vier unterschiedliche kleine Museen. Zunächst gelangt man ins pathologische Museum, in dem Babies und Föten mit Fehlbildungen ausgestellt sind und es informative Räume zu Krankheiten wie Krebs gibt. Im forensischen Museum in Raum 2 wird es dann noch etwas grausliger: Hier werden Todesursachen wie Autounfälle und Morde anhand sehr expliziter Fotos erklärt. Auch Schusswunden und Flugzeugabstürze sind dabei. Es folgt eine Tsunami-Ecke, die besonders mich mit meiner Tsunami-Erfahrung sehr berührt hat. Dahinter liegt ein Raum mit unzähligen Skeletten, Organen und Schädeln sowie einigen in Formalin eingelegten Reptilien.

Das Parasiten-Museum kann man weitgehend übrspringen, da hier wirklich fast alle Schilder nur auf Thai verfügbar sind. Es lohnt jedoch ein kleiner Spaziergang über den Campus zum vierten Museum im Bunde, dem Anatomie-Museum. Allein schon das aus Teakholz gebaute Gebäude ist sehenswert. Doch drinnen gibt es mit Organen, Skeletten und in Scheiben geschnittenen Menschen ebenfalls viel zu staunen. Viele Exponate stammen aus den Anfangszeiten der biologischen Forschung. Besonders spannend: Körper, bei denen man alles weggeschnitten hat außer etwa dem Nerven- oder dem Muskelsystem.

Alles in allem ein wirklich eindrückliches Erlebnis. Man sollte jedoch vorher lieber etwas gegessen haben…

Medizinmuseum Bangkok

Sriraj Medical Museum, 2 Wanglung Road Khwaeng Siriraj, Khet Bangkok Noi, Krung Thep Maha Nakhon 10700.

Gut zu wissen: Dienstags geschlossen. Fotografieren verboten!

7. Weg von den Massen: Erwandere Dir ein Stück echtes Bangkok!

Ich möchte niemandem vorwerfen, dass er seine gesamte Zeit in Bangkok rund um die Khao San Road und ihre ruhigere Schwester Soi Rambutri verbringt, schon gar nicht dem Erstbesucher. Tatsächlich habe auch ich es bei meinen ersten Besuchen so gut wie nicht aus der netten Banglampoo-Ecke herausgeschafft.

Doch lass Dir eines gesagt sein: Direkt nebenan wartet bereits das echte Bangkok darauf, entdeckt zu werden! Also einfach mal losreißen von den Fruchtshakes und den Pad Thais!

Golden Mount

Von der Soi Rambutri läuft man einfach Richtung Fluss und von dort nach rechts bis zum Fort. Hier gibt es bereits die erste Überraschung: Wer genauer hinsieht, kann hier oft erstaunlich große Varane im Wasser entdecken! Auf der ersten Brücke sollte man den Klong (Kanal) überqueren. Von dort aus geht es weiter, immer am Wasser entlang. Schon nach wenigen Minuten kann man sich kaum mehr an die ganzen Touris und die Verkaufsstände erinnern. Denn hier sieht man nur noch Thais, die zum Teil in simpelsten Hütten am Wasser leben. Nicht abschrecken lassen, wenn der Weg mal aufzuhören scheint. Er geht immer weiter! Man sollte nur aufpassen, wo man hintritt. Unterwegs gibt es eine Menge zu bestaunen: Gebäude, Pflanzen, Tiere. Und natürlich Menschen, die einen auch hier freundlich empfangen.

Auf diese Weise kann man bis zum Golden Mount wandern, den ich persönlich wegen der viel geringeren Besucherzahlen sowieso toller finde als Königspalast und Co. Nach einem kleinen Imbiss in der angrenzenden Strasse, in der die Schreiner beheimatet sind, nimmt man sich dann ein Tuk Tuk zurück in die Touri-Ecke. Man hat am Ende des Tages auf jeden Fall mehr zu erzählen als die Anderen!

Bangkok Walking Tour

8. Iss Dich durch China – in Bangkok!

Chinatown ist ja ohnehin schon einen Besuch wert, da man dort schnell das Gefühl bekommt, noch mal in einem anderen Land zu sein. Doch das beste, was man hier machen kann, ist ein Besuch gegen Abend – und das mit sehr leerem Magen!

Denn hat Thailand schon eine fast unüberschaubare Auswahl an Essen zu bieten, so setzt Chinatown noch mal einen drauf. Es gibt hier wirklich eine Menge leckerer, aber auch wirklich schräger kulinarischer Entdeckungen zu machen. So oder so ist eine solche Food Tour eine fantastische Möglichkeit, der chinesischen Küche näher zu kommen. Und das komplett, ohne dafür extra nach China zu müssen!

Auf jeden Fall probieren: Vogelnestsuppe. Ist zwar ein ziemlich neutrales Geschmackserlebnis, aber dafür sehr gesund. Sagt man.

Auf jeden Fall nicht probieren: Haifischflossensuppe. Und zwar aus dem einfachen Grund, dass Haie unter Naturschutz stehen. Keine Ahnung, warum man dieses Gericht hier trotzdem an jeder Ecke bekommt…

Wie geht man am besten vor? Man kann sich natürlich einfach in die engen Strasse stürzen und ALLES probieren, was am Strassenrand gekocht wird. Empfehlenswerter ist es jedoch, sich einen Lonely Planet Bangkok zur Hand zu nehmen und sich an die dort vorgeschlagene Tour zu halten. Denn diese ist ein wahrer Rundumschlag und lässt nicht mal mehr Platz für ein Pfefferminzplätzchen in Deinem Magen! Bon appetit!

Wer noch mehr unbekannte Orte in Chinatown entdecken will, sollte sich dieser Tour anschließen, die unter anderem zu Bangkoks Schwarzmarkt führt!

Chinatown Food Tour

9. Giftstoffe adé – Reinige Deinen Darm!

So, und zum Abschluss wird es noch mal richtig schräg! ;-)

Unser modernes Leben hat zur Folge, dass wir alle eine Menge Giftstoffe in unserem Darm mit uns herumschleppen. Diese können das Wohlbefinden deutlich beeinträchtigen und auch alle möglichen chronischen Krankheiten hervorrufen. Doch es gibt Abhilfe: Man kann seinen Darm reinigen lassen! Klingt eklig, und – let’s face it – das ist es auch! Und doch möchte ich Dir ans Herz legen, das genau hier in Bangkok zu tun, denn natürlich schaffen es die Thais, selbst eine solch unangenehme Prozedur zu einem echten Happening zu machen! Abgesehen davon bekommt man eine Darmreinigung wohl nirgends dermaßen günstig (900 Baht inklusive Beratung und Medizin).

Was passiert: Man nimmt breitbeinig Platz auf einem futuristischen Stuhl, umhüllt nur von einem weißen Kittel. Dann bekommt man einen dünnen Schlauch eingeführt (Das wiederum ist wirklich nicht so schlimm, wie es klingt). Danach ist man eine halbe Stunde lang alleine mit sich und 25 Litern Wasser. Diese laufen einem, langsam und angenehm angewärmt, in den Darm. Das Ziel: Man wartet immer 5 Liter ab, dann lässt man alles raus, was raus will. Perverserweise kann man all die Dinge, die dann aus einem herausgeschwemmt werden, sehr detailliert begutachten, denn sie werden in einer durchsichtigen, neonbeleuchteten (!) Röhre, an einem vorbeigeführt! Gut, weiter möchte ich hier auch nicht ins Detail gehen.

Am Ende jedenfalls fühlt man sich so leicht und gesund wie schon lange nicht mehr. Direkt neben dem Stuhl gibt es ein sauberes Bad, wo man sich duschen kann. Zum Abschluss bekommt man dann noch ein paar homöopathische Tabletten zur Sanierung der Darmflora. Wiederholungstäter zahlen noch weniger. Und kommen in den Genuss eines Kaffee-Einlaufs!

Ich kann für diese Prozedur sehr das Yanhee Hospital empfehlen, denn hier kann man im Anschluss auch gleich noch Akkupunktur-Therapien besuchen.

Yanhee Hospital, 454 Charan Sanitwong Road, Bangkok 10700, Thailand. Voranmeldung nicht nötig.

Darmreinigung

Noch viel mehr Geheimtipps zu dieser fantastischen Stadt? Dann kann ich Dir wirklich diesen Reiseführer meiner Kollegen Flo vom Flocblog und Stefan von Faszination Südostasien ans Herz legen. Denn da stehen doch echt noch Sachen drin, die nicht mal ich wusste! Frechheit! ;-)

555 Tipps für Bankok

Dieser Artikel ist Teil einer Bangkok-Blogparade bei Flocutus.

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