Meine Lissabon Highlights

Lisbon street art

Die portugiesische Hauptstadt weiß zu überraschen – besonders durch ihre ausgesprochen nette Entspanntheit! Fast nirgends muss man sich mit Stress, Lärm und Verkehr herumplagen. Stattdessen findet man gemütliche Ecken allerorten, durch die Hügel immer wieder tolle Ausblicke und insgesamt sehr freundliche und interessierte Menschen. Man füge noch eine ordentliche Portion Geschichte und einige beeindruckende Gebäude, die davon erzählen, hinzu. Schnell kann so aus einem geplanten Wochenende eine ganze Woche werden.

View over the Tagus
Blick über den Tagus

Mein Tipp: Alles erlaufen, auch wenn das natürlich viel Auf und Ab bedeutet. Doch so lässt sich Lissabons Schönheit viel besser aufsaugen, die sich oftmals im Detail findet. Alternativ hat die Stadt aber auch ein sehr gut ausgebautes U-Bahn-Netz.

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Meine Lissabon Highlights

Bairro Alto

Hat man die Möglichkeit, so sollte man auf jeden Fall in diesem malerischen Viertel unterkommen. Die engen Gassen mit den teils zerfallenden Häusern, die steilen Hügel, die Bars und Restaurants an jeder Ecke. Einziger Wermutstropfen: Freitags und samstags ist es hier abends recht laut. Aber da will man ja ohnehin nicht schlafen, sondern steht wahrscheinlich selbst in einer der Bars!

Bairro Alto still life
Bairro Alto Stilleben

Wanderung entlang des Tagus

Am Wasser entfaltet Lissabon noch mal einen ganz besonderen Charme. Nicht überall lässt sich das Flussufer im herkömmlichen Sinne als schön bezeichnen, interessant aber ist es allemal. Am besten startet man am Praça do Comércio und läuft in Richtung Meer. Fast auf der ganzen Strecke gibt es einen Fußweg entlang des Wassers. Außer ein paar Joggern sieht man jedoch seltsamerweise nicht viele andere Menschen. Nach alten Lagerhäusern und einigen Brachflächen erreicht man dann schließlich die beeindruckende Brücke des 25. April. Direkt dahinter findet man eine große Auswahl an tollen Restaurants. Wenn man will, kann man etwas weiter ein Fahrrad oder eine Art Gruppen-Go-Cart mieten.

It might look stupid, but it's a lot of fun!
Sieht vielleicht doof aus, ist aber ein Riesenspaß!

Damit lässt sich dann der letzte Kilometer zum Torre de Belem etwas einfacher bestreiten. Der Turm selbst, im Fluss stehend, ist wirklich sehenswert.

Torre de Belem
Torre de Belem

Auf dem Rückweg sollte man auf jeden Fall noch einen Abstecher zum Jeronimos Kloster machen, und sei es nur, um die beeindruckende Außenansicht zu würdigen. Zum Abschluss der Wanderung dann muss man sich nebenan, in der originalen Bäckerei Pasteis de Belem (gegenüber vom Mc Donald’s) mit der unglaublich leckeren Süßigkeit belohnen, die hier seinerzeit von Nonnen erfunden wurde! Nicht vergessen: Die Pasteis vor dem Genuss mit Zimt und Puderzucker bestreuen, den man mit in die Tüte gelegt bekommt.

Jeronimos Monastery with Tuk Tuks
Jeronimos Kloster mit Tuk Tuks

Die Tram 28

Ich hatte schon viel von dieser Tram gehört, aber wenn man sie dann sieht, ist man doch beeindruckt. Das betagte Fahrzeug arbeitet sich mühsam durch die schmalen Gassen und über die steilen Hügel und sieht dabei vor den Häusern mit ihren Fliesenwänden einfach immer dekorativ aus. Die stets gut gelaunten Fahrer stoppen an Haltestellen, aber auch mal, wenn jemand am Straßenrand freundlich winkt. Mit den Fahrscheinen für Touristen scheint man es nicht so eng zu sehen. Hat man keine der grünen wiederaufladbaren Karten, darf man oft trotzdem mitfahren.

Tram 128
Tram 128

Die Lissabonner

Wie es scheint, sind die Portugiesen generell immer für ein Schwätzchen aufgelegt. Und tatsächlich sprechen die Menschen hier auch viel besser Englisch als etwa in Spanien. In Lissabon setzen die Leute in puncto Kontaktfreudigkeit noch mal eins drauf. Ob Omas mit Stock und Hut oder junge Skateboarder, man kommt einfach schnell ins Gespräch mit den Leuten. Dazu sind die Menschen so bunt, wie man es sich nur vorstellen kann. Als einmal ein Pakistani neben unserem Tisch tanzte und dazu Lieder aus seiner Heimat sang, erklärte mir unser Sitznachbar, dass Portugal aufgrund seiner Geschichte das Land der Toleranz ist, in dem jeder willkommen ist und jeder nach seiner Fasson glücklich werden soll. Man sollte sich bei einem Besuch Lissabons nicht entgehen lassen, diese Toleranz und Gastfreundschaft am eigenen Leibe zu erfahren.

Lisbon people - always relaxed, always happy to talk
Lissabonner – immer entspannt, immer zu einem Schwätzchen aufgelegt

Flohmarkt

Immer dienstags und samstags findet der große Markt der Diebe statt, ein Flohmarkt mit allem an Ramsch, was das Herz begehrt. An den Dienstagen ist etwas weniger los, dafür ist aber auch das Angebot kleiner. So oder so fühlt sich der Markt deutlich entspannter an als beispielsweise der Mauerpark-Flohmarkt in Berlin, es geht vor allem eine ganze Ecke geräumiger zu. Zwischen den Ständen finden sich viele kleine Snack-Bars und immer wieder schattige Ecken für eine Verschnaufpause.

Alfama

Neben Bairro Alta fand ich Alfama das malerischste Viertel Lissabons. Auch hier gilt: Am besten erwandern. Am Eindrucksvollsten ist es, wenn man an der Anlegestelle am Praça do Comércio beginnt, wo zu Zeiten, da Portugal noch eine bedeutende Seemacht war, Lieferungen aus all ihren Kolonien ankamen. Die Legende besagt, dass die Schiffe oft in einer langen Schlange in der Mündung des Tagus warteten. Am Ufer hingegen sammelten sich die Stadtbewohner und staunten über die exotischen Mitbringsel der Seefahrer. Man sollte sich dort, wo die beiden Türme stehen, mal kurz ans Wasser stellen und sich das alles bildlich vorstellen.

Praça do Comércio
Praça do Comércio

Von dort geht es, vorbei an vielen tollen Gebäuden, langsam die Hügel hinauf. Ist man irgendwann erschöpft, so findet sich immer ein kleines Cafe, wo man Getränke, aber auch leckere Snacks kaufen kann. Auf halbem Weg liegt die Catedral Sé Patriarcal, gerade von außen schön anzusehen. Direkt nebenan ist das sehr nette Cafe Cruzes Credo mit einem etwas alternativen Speisenangebot, kostenlosem Wifi und sehr hilfsbereiten Kellnern.

Catedral Sé Patriarcal
Catedral Sé Patriarcal

Von dort geht es dann noch mal einige Meter bergauf, bis man schließlich am Castelo de São Jorge angekommen ist. Dieses sollte man auf jeden Fall besichtigen, alleine schon wegen der vielen unterschiedlichen Perspektiven auf Lissabon sowie der zahlreichen umherstreifenden Pfaue. Mit etwas Glück trifft man auch den amerikanischen Aussteiger, der hier gerne mit seinen sechs Katzen spazieren geht.

View from Castelo de São Jorge
Ausblick vom Castelo de São Jorge

Fado

Man kommt gar nicht vorbei an der melancholischen traditionellen Musik Portugals. Immer wieder hört man sie bei Spaziergängen aus den Fensterchen der alten Häuser erklingen. Schnell ist man dann gefangen von der Tragik und Schönheit der Musik aus Gesang und Gitarre und möchte mehr davon. Viele Restaurants bieten Fado-Nächte. Hierfür einfach die Augen nach Plakaten offenhalten. Und auf dem Flohmarkt lassen sich günstige Fado-Compilations erstehen. Frau do Carmo hat sich besonders in mein Herz gesungen.

Sehr spannend auch: Eine Stadtführung in Begleitung eines Fado-Sängers!

Miradouros

Nirgends zeigt sich die entspannte Lebenshaltung der Lissabonner deutlicher als an einem der Aussichtspunkte, Miradouros genannt. Da die Stadt auf vielen kleinen und großen Hügeln gelegen ist, gibt es Miradouros im Grunde an jeder Ecke. Hier beenden vor allem die jungen Leute den Tag, mit Blick auf den Fluss und den Sonnenuntergang, Bier und Sangria, Musik und Gesprächen. Ich empfehle den Miradouro de Santa Catarina. Ein sehr alternatives Publikum mit vielen Hunden weiß sich hier die Zeit zu vertreiben. Oft hört man live-Musik und am Kiosk nebenan kostet ein Liter Bier gerade mal 2 Euro.

Sunset view from Miradouro de Santa Catarina
Sonnenuntergang vom Miradouro de Santa Catarina

Essen

Ein portugiesisches Essen beginnt mit Oliven, hellem Brot, Schinken und einem köstlichen Laib Käse. Was man nicht anrührt, wird einem später auch nicht berechnet. Den würzigen Käse sollte man jedoch nicht unversucht lassen.

Die Auswahl in den Restaurants mag nicht immer groß sein. Aber was die Lissabonner kochen, das kochen sie recht gut. Empfehlenswert ist natürlich alles, was mit Fisch zu tun hat. Besonders der Bacalhau, ein in Salzlake getrockneter Kabeljau, steht hier hoch im Kurs. Keine Angst: Er schmeckt nach der Zubereitung nicht so salzig, wie er aussieht, und bei weitem nicht so eklig, wie er im Supermarkt riecht.

Bacalhau
Bacalhau

Sehr empfehlen kann ich auch einen dicken Meeresfrüchte-Eintopf, alternativ dazu kann man ein Arroz de Mariscos, die portugiesische Form der Paella, bestellen. Was ich leider nicht probiert habe, sind Percebes, eine besondere Muschelform, die in anderen Ländern nicht verkauft werden darf und hier als Delikatesse gilt.

Man kann zum Essen einen landestypischen Vinho Verde trinken, aber auch die roten Weine sind hier sehr gut. Nach dem Essen empfiehlt sich entweder ein Aguardiente aus dem sogenannten Erdbeerbaum oder aber ein köstlicher Mandellikör. Auch sehr lecker ist Ginjinha, ein Likör aus Kirschen. Der Original-Hersteller hat einen kleinen, gut besuchten Laden nahe der Haltestelle ‚Rossio‘.

Street Art

Im Grunde ist Street Art in Lissabon älter als irgendwo sonst, denn wie anders sollte man die Fassaden der Häuser bezeichnen, die sehr oft von bunten Fliesen geschmückt werden? Tatsächlich lassen sich auch nach Tagen noch neue Muster und Farbkombinationen entdecken.

Tiles and street art
Fliesen und Street Art

Doch auch Street Art, wie wir sie kennen, ist in Lissabon viel zu finden. Graffiti, Scherenschnitte, Miniatur-Skulpturen, … Wer mit offenen Augen durch die Stadt läuft, kann eine Menge entdecken!

Street art and street art
Noch mehr Street Art

Besichtigung der Wasserversorgung

Eine etwas ungewöhnliche Aktivität ist die Besichtigung des alten Aquädukts sowie einiger der Kanäle, die das Wasser von dort in die unterschiedlichen Viertel gebracht haben, als das frühere Wassersystem noch aktiv war. Alternativ kann man auch eines der Wasserreservoirs besichtigen, die nicht mehr in Betrieb sind, etwa das Reservatiorio de Patriarcal, von dem aus es eine Kanalwanderung zu einem Miradouro gibt.

Reservatiorio de Patriarcal
Reservatorio de Patriarcal

Sintra

Hat man die Zeit, so sollte man auf jeden Fall einen Ausflug nach Sintra machen, das eine 40-minütige Zugfahrt entfernt liegt. Diese Stadt mit viel Geschichte und Unesco-Weltkulturerbe-Status verfügt gleich über eine ganze Reihe sehenswerter Paläste und Kirchen. Doch damit nicht genug: Seit langer Zeit haben sich hier die Wohlhabenden Lissabons beeindruckende Villen gebaut, um im Sommer der Hitze zu entgehen. Es ist deutlich kühler als in der Hauptstadt und es herrscht ein feuchtes Klima. Und so gibt es eine ganz andere Vegetation; die Stadt duftet überall nach unterschiedlichen Blüten. Dazu moosige Hügel mit großen, glatten Felsen und eine Entspanntheit, die selbst jene Lissabons noch schlägt. Gerade in der Nebensaison fühlt man sich hier wie in einer verwunschenen Märchenstadt. Prädikat: Sehr empfehlenswert!

Hier findet man interessante Tagestouren nach Sintra.

Palácio Nacional da Pena, Sintra
Palácio Nacional da Pena, Sintra

Alle Orte dieses Trips auf einer Karte:

Von Lissabon ist es nicht sehr weit bis zur Algarve. Und dort ist es mal richtig schön!

Für weitere Länder- und Städtehighlights geht es hier entlang:

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Geschrieben von
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