Meine Indonesien Highlights

Ubud
Tempel in Ubud, Bali

Ich weiß nicht, wie es Euch geht. Aber immer wenn ich an Indonesien dachte, wusste ich gar nicht so genau, wo ich anfangen soll. So riesig ist dieses Land mit seinen mehr als 13.000 Inseln, so vielseitig in jeder Hinsicht, mit so vielen unterschiedlichen Sehenswürdigkeiten. Fakt ist wohl, dass man entweder mehrere Monate am Stück hin muss oder eben mehr als einmal, um alle Indonesien Highlights sehen zu können. Falls das überhaupt möglich ist.

Doch diese Sorgen endlich hinter mir gelassen, verbrachte ich schließlich letztes Jahr vier Wochen in Indonesien und hatte am Ende das Gefühl, wirklich eine Menge gesehen zu haben. Und da habe ich mir gedacht, dass ich meine Route hier einfach mal kurz skizziere für diejenigen, die sich noch in der Verunsicherungsphase befinden.

Meine Indonesien Highlights – ein 4 – Wochen – Rundumschlag

Surabaya

First things first: Der Hinflug. Ich kann jedem empfehlen, nach Surabaya auf Java zu fliegen, besonders, wenn man von Bangkok aus kommt. Diese unscheinbare Stadt ist deutlich billiger zu erreichen als etwa Kuta auf Bali, trotzdem aber näher dran an allem als etwa Jakarta. Und vermutlich ungemein unstressiger!

Auch toll an Surabaya: Es gibt so gut wie keine Touristen! Nun gut, es gibt auch nicht wahnsinnig viel zu sehen… Aber die wenigen Sehenswürdigkeiten hat man dann ganz für sich. Und erlebt in den kleinen Gassen und auf den wuseligen Märkten eine authentische indonesische Großstadt, fast unberührt vom Kontakt mit Besuchern. Ein toller Einstieg!

Strassenszene in Surabaya
Strassenszene in Surabaya

Definitiv einen Besuch wert ist das House of Sampoerna, wo man viel über die in ganz Indonesien so beliebten Kretek-Zigaretten lernen kann, die mit Nelken hergestellt werden. Doch Vorsicht: Der süße Geschmack dieser Zigaretten kann schnell dazu führen, dass man wieder mit dem Rauchen anfängt! Danach sollte man die Moschee Mesjid Ampel besichtigen. Man beachte: Hier wird man wirklich nur in angemessenen Klamotten reingelassen. Will meinen, Arme und Beine bedeckt. Richtig toll ist das arabische Viertel rings um die Moschee, wo man flanieren, Souvenirs kaufen und lecker essen kann. Die Altstadt versprüht, auch wenn sie schon zum Teil zerfallen ist, noch immer einen Hauch von Grandeur. Zu guter Letzt sollte man sich noch den kleinen, aber sehr atmosphärischen Kong Co Kong Tik Cun Ong anschauen, welcher der buddhistischen und taoistischen Minderheit als Tempel dient.

Ubud

Nach einem kompletten Tag in Surabaya hat man dann auch alles gesehen und kann getrost nach Bali weiterziehen, seines Zeichens eines der bekanntesten Indonesien Highlights. Hierfür kann ich einen Übernachtbus empfehlen, denn dann spart man sich auch gleich noch die Übernachtungskosten. Vorsicht: Am Busbahnhof nicht von den Neppern abgreifen lassen, die Busfahrten nur bis zur Fähre verkaufen wollen und das auch noch zu Wucherpreisen, sondern einfach an einem Schalter ein Ticket bis nach Ubud buchen.

Es gibt natürlich unterschiedliche Herangehensweisen an Bali, aber ich persönlich empfehle, den Bereich um Kuta weiträumig zu umschiffen, denn dann muss man sich später auch nicht ärgern. Stattdessen sollte man erst mal nach Ubud fahren, bekannt aus der Schmonzette ‘Eat, Pray, Love’. Doch vermutlich kann nicht mal der größte Kritiker dieses Films dem Charme von Ubud widerstehen. Ich möchte fast sagen, es ist das schönste Städtchen, das ich jemals gesehen habe! Wundervolle Gebäude und Tempel, beeindruckende Eingangstore, viel Grün, tolle Oldtimer überall und dazu noch an jeder Ecke die kleinen Opfergaben in Bastkörbchen, die der Kulisse als Tüpfelchen auf dem i dienen. Eine wahre Explosion aus Farben und Schönheit!

Charly, der Hotel-Flughund; Affe im Monkey Forest, Reisterrassen nahe Ubud, Teeverköstigung
Charly, der Hotel-Flughund; Affe im Monkey Forest, Reisterrassen nahe Ubud, Teeverköstigung mit Ausblick

Mein Tip daher: Rumlaufen, rumlaufen, rumlaufen! In Gassen blicken, mit Leuten quatschen, kleine Geschäfte mit Handwerkskunst besuchen. Auf jeden Fall sollte man natürlich auch einmal in den Monkey Forest gehen, davor aber besser alles Wertvolle vor den aufmüpfigen Affen verstecken. Abends ist es ein MUSS, eine Aufführung des traditionellen Tanzes Legong Kraton zu besuchen. Hierfür gibt es verschiedene Adressen, aber ich empfehle den Palast von Ubud, da man dort auch noch von toller Architektur umgeben ist.

Sehr lohnenswert ist es, sich ein Moped zu mieten, und die Umgebung von Ubud zu erkunden. Es gibt Tempelheilige Quellen und noch mehr Tempel, aber manchmal ist ein einfacher Blick in die Reisterrassen das beeindruckendste Erlebnis überhaupt! An Tankstellen warten oft Einheimische auf Touristen mit Moped und bieten sich diesen als Tourguide an. Handelt man im Voraus einen Preis aus, so kann das eine sehr wertvolle Investition sein.

Eines der Indonesien Highlights ist die Besichtigung einer Kräuter- und Kaffeeplantage, wo man auch gleich noch verschiedene köstliche Tees und Kaffees verköstigen kann. Hierzu zwei Tips:

  1. Möglichst jene Plantagen vermeiden, auf denen Kopi Luwak hergestellt wird, denn die Luwaks, hübsche, kleine Nagetiere, leben dort oft unter schlechten Bedingungen.
  2. Die Preise für Kaffee und Tee sind in den Shops der Plantagen völlig überzogen, womit man offenbar dann auch noch die ‘kostenlose’ Verköstigung bezahlt. Es wird Dir jedoch sicher genauso schwer fallen wie uns, am Ende einer Tour nichts zu kaufen…
Tirta Empul Holy Springs; Tempel mit Opfergabe in Ubud; Gunung Kawi Temple; Tempel in Ubud
Tirta Empul Holy Springs; Tempel mit Opfergabe in Ubud; Gunung Kawi Temple; Tempel in Ubud

Auch toll: Der Souvenir-Markt in Ubud, jedoch mehr zum Glotzen als zum Kaufen. Denn tatsächlich findet man ähnliche Masken, Statuen, Ketten, usw. deutlich günstiger in anderen Orten auf Bali, etwa in Lovina.

Lombok

Von Ubud ist es nicht weit zur nächsten großen Insel, nach Lombok. Am besten nimmt man für die Reise den normalen Bus bis zur Küste, wo man dann noch eine Nacht verbringen kann. Auf dem Weg dorthin hat man noch einmal die Gelegenheit, das malerische Bali in all seinen Facetten zu bestaunen. Am nächsten Morgen geht es dann mit der Fähre rüber nach Lombok.

Blick von der Fähre
Blick von der Fähre vor Lembar, Lombok

Es lohnt sich, eine Nacht in Senggigi zu verbringen. Besonders in der Nebensaison. Es gibt einen recht schönen Strand mit spektakulären Sonnenuntergängen und in der Nähe der Stadt einiges zu besichtigen. Also schnell einen Scooter mieten und ab dafür! Vorsicht: Die Indonesier fahren fast so schlimm wie die Inder

Rent-a-guide bietet gerade auf Lombok ein paar interessante Touren an!

Hat man schließlich vom Bergtempel einen Blick auf Mataram geworfen und den Hindu Tempel in der Nähe (ungewöhnlich, da Lombok eher islamisch geprägt ist) angeschaut und sich dabei halb tot geschwitzt, kann man endlich das Boot zu den Gilis nehmen.

Die Gili Islands

Auch die Gilis zählen für viele Besucher zu den Indonesien Highlights. Um zu ihnen zu gelangen, muss man von Senggigi etwa eine Stunde Richtung Norden mit einem Minibus zurücklegen; die Boote fahren ab Bangsal. Dort angekommen, sollte man sich einfach die Ohren zuhalten, damit man sich gar nicht erst mit all den unangenehmen Schleppern und Kutschfahrern herumschlagen muss, die es mit ihrer Dreistheit schon in verschiedene Medien geschafft haben! Fakt ist: Das Bootsticket ist am billigsten am Ticketschalter vorne am Wasser, entgegen allem, was Dir diese Jungs erzählen. Fakt ist auch: Die 350 Meter bis dahin kann sogar noch ein Fusskranker problemlos laufen. Kein Grund also für Bus, Kutsche, Träger, etc. …

Auf den drei, mittlerweile leider berüchtigten, Gili-Inseln angekommen, hat man dann die Qual der Wahl:

Gili Trawangan (genannt auch Gili T): Hier geht es vor allem um eines: Party, Party, Party. Kann ja auch mal nett sein, aber nach einer Weile war uns diese Insel tatsächlich zu anstrengend.

Gili Air: Gewissermaßen der Kontrapunkt zu Gili T. Wir haben die Insel nicht erkundet, aber man sagt, dass dort wirklich nichts passiert. Gar nichts.

Gili Meno: Was Paros für die Kykladen, ist Meno für die Gilis – die perfekte Kombination aus Ruhe und Unterhaltung! Mein Tip hier: Weg von den größeren Resorts (richtig groß ist hier ohnehin nichts) und einfach auf den kleinen Pfaden durch den Dschungel bis zur Westseite durchwandern. Nicht nur ist es hier wirklich unfassbar ruhig. Auch bekommt man allabendlich den tollsten Sonnenuntergang zum Abendessen serviert!

Blick von der Veranda auf Gili Meno sowie der wahnsinnige Sonnenuntergang
Blick von der Veranda auf Gili Meno sowie verschiedene Impressionen des wahnsinnigen Sonnenuntergangs

Außer Strand und Herumliegen gibt es wahrlich nicht viel zu tun auf Meno. Wie auch auf den beiden anderen Gilis gibt es keine Autos. Man bewegt sich per pedes oder mit dem Fahrrad fort. Ist man mal sehr faul oder sehr großzügig, kann man eine der kleinen Kutschen buchen, einen sogenannten Lombok Ferrari!

Sehr empfehlenswert sind Spaziergänge um die Insel, am besten zum Sonnenuntergang. In knapp einer Stunde ist man einmal herumgelaufen. Dann gibt es noch Schildkröten-Farmen am Strand und einen Vogelpark, der einen wirklich guten Eindruck machte.

Und noch ein Geheimtip für Meno: Das Bounty Beach Bungalows, ein Geister-Resort! Geschlossen nach den Bombenattentaten 2002 und dem darauf folgenden Zusammenbruch des Tourismus, wurde das Luxus-Resort seitdem dem Zahn der Zeit preisgegeben. Heutzutage ist es faszinierend und gespenstisch, zwischen den Bungalows in unterschiedlichen Stadien des Verfalls umherzulaufen und sich vorzustellen, wie es wohl ausgesehen haben muss. Mit Glück findet man sogar noch eine Speisekarte im Restaurant!

Leben auf den Gilis: Riesige Spinnen und freundliche Kämpfe
Leben auf den Gilis: Riesige Spinnen und freundliche Kämpfe

Zu guter Letzt kann ich noch empfehlen, einer Vorführung des traditionellen Stockkampfes beizuwohnen. Die Interaktion zwischen den Kämpfern ist sehr spannend, und die Reaktionen des Publikums sind ebenfalls sehenswert! Hierfür einfach die Augen offenhalten nach Flyern und kleinen Plakaten.

Ich habe mir sagen lassen, dass es ein tolles Erlebnis ist, den Vulkan Gunung Rinjani auf Lombok zu besteigen, wir hatten dafür jedoch nicht genug Zeit. Ist man daran jedenfalls interessiert, so kann man auf den Gilis einen der zahllosen Guides buchen, die alles organisieren.

Lovina Beach

Irgendwann ist es dann schließlich Zeit weiterzuziehen. Lombok hat sicher noch mehr zu bieten. Doch auf unserer Tour ging es nun wieder zurück nach Bali, diesmal per Speedboot. Die paar Euro mehr lohnen sich auf jeden Fall, da man viel schneller ist und die Fahrt auch deutlich mehr Spaß macht.

Der häufigste Bus vom leicht ranzigen Küstenstädtchen auf Bali hat dann wieder Ubud zum Ziel, da das hübsche Städtchen für die Insel einen guten Dreh- und Angelpunkt darstellt. Von dort zogen wir mit einem privaten Fahrer und seinem Geländewagen weiter nach Lovina Beach im Norden, da alle Busse bereits abgefahren waren. Der große Vorteil eines solchen Fahrers ist, dass man während der Fahrt noch eine Menge über das Land lernen kann.

Aber Lovina Beach, ganz ehrlich: Da muss man nicht unbedingt hin. Wir wählten dieses Ziel hauptsächlich wegen eine frühmorgendlichen Delfin-Tour, aber diese entpuppte sich als sehr unschön. Viel zu viele Boote und Touristen und sehr gestresste Delfine… Und dann musste ich auch noch eine alte Frau im Boot vor dem vielleicht tödlichen Biss eines Skorpions bewahren!

Lovina selbst jedoch war sehr nett. Es gab gute Restaurants (besonders für Meeresfrüchte!), tolle heisse Quellen in der Nähe und einige große, sehr gut bestückte Souvenirläden mit unschlagbaren Preisen (Statuen, Masken, Bilder, Textilien, etc.).

Tja, und dann gab es noch diesen Doppelregenbogen, der letztendlich doch noch den ganzen Weg nach Norden rechtfertigte.

Delfin-Watching im Morgengrauen; die heissen Quellen nahe Lovina Beach; der Regenbogen
Delfin-Watching im Morgengrauen; die heissen Quellen nahe Lovina Beach; der fantastische Doppelregenbogen

Damit war Bali dann auch abgehakt. Wie gesagt, man kann natürlich auch in den Süden fahren. Aber die tollen Strände sind offenbar überfüllt, und das noch dazu hauptsächlich mit Idioten.

Gunung Bromo

Also wieder zurück nach Java, denn diese Insel hat durchaus auch einiges zu bieten! Für mich persönlich eines meiner absoluten Indonesien Highlights: Der Vulkan Gunung Bromo.

Man kann von Lovina einen Bus nehmen, der einen direkt nach Probolingo bringt. Dort kommt man dann mitten in der Nacht an, wo man wiederum einen Kleinbus besteigen kann, der einen hoch auf den Berg kutschiert. Dort, und mittlerweile völlig übernächtigt, besteigt man noch einen farbenfrohen Toyota Land Cruiser, der einen zum Sonnenaufgang zum Aussichtspunkt bringt, von dem man den beeindruckenden Vulkan Gunung Bromo sehen kann.

Wir am Kraterrand; die Land Cruiser Parade; Gunung Bromo
Wir am Kraterrand; die Land Cruiser Parade; Gunung Bromo

Diese ganze Aktion ist jedoch eine leicht zwiespältige Angelegenheit: Für Land Cruiser – Fans ist ein Besuch vermutlich ein absolutes Muss, denn so viele gut erhaltene Exemplare der ersten Generationen auf einem Haufen findet man wohl weltweit kein zweites mal. Ansonsten: Sehr stressig (viel zu viele Leute, viel zu viele Autos und Mopeds), recht ungesund (Abgase ohne Ende), zu kalt (man kann sich jedoch warme Klamotten mieten) und insgesamt nicht das Erlebnis, was man erwartet hat. Der Ausblick natürlich ist nicht übel.

Besser als am Aussichtspunkt hat es mir aber direkt am Krater gefallen. Eine wahre Mondlandschaft, gespickt mit erwähnten bunten Toyotas, Essensständen, Reitern sowie einem hinduistischen Tempel, der wirkt, als hätte ihn jemand versehentlich dorthin gebaut. Für diese Kulisse jedenfalls kann man sich die gesamte Land Cruiser – Odyssee sparen. Stattdessen frühstückt man einfach im Örtchen am Rande des Kraters und wandert dann auf eigene Faust durch die Gegend. Das ist vermutlich unstressiger und gesünder, allemal aber günstiger. Nur den Blick von oben bekommt man dabei eben nicht.

Dali'eske Szene am Kraterrrand, Gunung Bromo
Dali’eske Szene am Kraterrrand, Gunung Bromo

Nach ein paar Stunden vor Ort muss man natürlich wieder vom Berg runter. Das Ticket nach oben gilt auch für die Rückfahrt nach Probolingo. Doch dort muss man sich dann entscheiden, wie es weitergehen soll, denn in Probolingo gibt es nicht viel zu sehen. Ein Tip hier: Vergiss’ all die sogenannten Luxusbusse. Eng aufeinander sitzt man bei meist nicht funktionierender Klimanalage für Stunden in so einem Minibus. Stattdessen empfehle ich einfach einen Zug, denn das Schienennetz ist auf Java erstaunlich gut ausgebaut. Zudem muss man sich im Zug nicht die immer gleichen Geschichten von anderen Travellern anhören, sondern kommt auch mal mit Einheimischen ins Gespräch!

Solo

Auf dem Weg ins tolle Yogyakarta (Yoya genannt) jedenfalls sollte man auf jeden Fall in Solo halt machen.

Verschiedene Momentaufnahmen aus Solo
Verschiedene Momentaufnahmen aus dem bezaubernden Solo

In dieser entzückenden Stadt, in der man überraschend wenige Touristen trifft, kann man javanesische Tradition hautnah erleben. Der Palast mit angeschlossenem Museum sowie stündlichen Musik- und Marionettenaufführungen ist beeindruckend und die Altstadt, die ihn umgibt, lädt zu stundenlangen Spaziergängen mit offenem Mund ein. Die ganze Stadt versprüht eine geradezu märchenhafte Atmosphäre, definitiv eines meiner Indonesien Highlights!

Als Unterkunft sehr zu empfehlen ist das Roemahkoe Heritage Hotel, eine alte Textilfabrik. Alles ist aus dunklem Holz gebaut, es gibt einen Pool, das Hotelgelände und die Lobby wirken mehr wie ein riesiges Museum, und an mehreren Abenden in der Woche kann man Aufführungen beiwohnen, die den Gast mit verschiedenen Aspekten javanesischer Kultur vertraut machen. Und das Ganze ist nicht mal teuer.

Hat man Interesse an den typisch javanesischen Marionetten, so ist Solo ebenfalls der richtige Ort, um tolle Exemplare direkt von den Puppenmachern zu kaufen.

Turm-Lesezimmer im Hotel … in Solo
Turm-Lesezimmer im Hotel Roemakhoe Heritage in Solo

Yogya(karta)

Von Solo geht es schließlich nach Yogya, gewissermaßen das Berlin Südostasiens. Street Art, ungewöhnliche Stände und künstlerisch gestaltete Cafes, viele Studenten, ein riesiger Markt und ein fast ebenso großer Flohmarkt – eine super Stadt, in der man gut und gerne tagelang rumhängen kann. Es gibt verschiedene Ecken, an denen man unterkommen kann, aber ich empfehle das Traveller-Viertel nahe des Bahnhofs, da es dort einfach am malerischsten ist.

Abgesehen von all den Reizen, mit denen Yogya nicht geizt, führt natürlich ohnehin kein Weg an dieser Stadt vorbei. Denn ganz in der Nähe befinden sich gleich zwei riesige Tempelanlagen mit Berühmtheit:

Borobodur, leider im Nebel
Borobodur, bei unserem Besuch leider im Nebel…
Prambanan
… und Prambanan

Frühmorgendliche Kombi-Touren zu den beiden Anlagen kann man an jeder Ecke buchen. Einfach ein paar verschiedene Preise einholen und vergleichen.

Hier noch ein Tip für ein außergewöhnliches Erlebnis in Yogya: Einfach abends im Traveller-Viertel vor den Supermarkt setzen. Dort lungern nach Einruch der Dunkelheit viele der einheimischen Studenten herum, mit denen man schnell ins Gespräch kommt. Auf diese Weise lässt sich viel mehr über Indonesien lernen als beim Lesen jedes noch so detaillierten Reiseführers. Die Studenten sind ihrerseits sehr interessiert an westlicher Kultur, nicht zuletzt, da sie in den letzten Jahren zunehmender Globalisierung einen ständigen Spagat zwischen westlichen Moden und ihren einheimischen Traditionen hinlegen müssen. Das Beste an einem Abend vor dem Supermarkt: Im Markt gibt es bis spät eiskaltes Bier zu kaufen, die Betreiber unterstützen das gesellige Treiben an diesem beliebten Treffpunkt. Und in der Strasse gleich nebenan servieren fahrende Küchen leckere Snacks ohne Ende!

Die Menschen

Überhaupt ist eines der Dinge, die einen Indonesien-Besuch so lohnenswert machen, die Bevölkerung, ganz egal, auf welcher Insel und in welchem religiösen Einflussbereich man sich gerade befindet. Denn die Leute sind zum großen Teil einfach wahnsinnig freundlich und kontaktfreudig!

Indonesier
Indonesien Highlights: Indonesier

Dabei sei noch eines erwähnt: Oft, sehr oft muss man sich mit Einheimischen fotografieren lassen… Ein Bild eines Westlers in ihrem Fotoalbum ist offenbar unbezahlbar. Man sollte den Spaß einfach mitmachen. Und dem Fotografen einfach die eigene Kamera gleich mit in die Hand drücken!

Eines von vielen hundert Fotos mit Einhemischen
Eines von vielen hundert Fotos mit Einheimischen

Surabaya, die zweite

Von Yogya schließlich kommt man recht einfach zurück zum Ausgangspunkt Surabaya, am besten mit einem Nachtbus.

Dort kann man dann die letzten Stunden bis zum Abflug dafür nutzen, den Tierpark zu besuchen. Denn so bekommt man – auch wenn man es nicht nach Komodo geschafft hat – zumindest noch ein paar massive Komodo-Varane zu Gesicht.

Komodo-Varan
Komodo-Varan

Hier noch mal zur Übersicht grob die komplette Route. Da muss man sich nur noch die Gilis dazudenken, die nordwestlich von Mataram liegen. Und natürlich Solo, das sich von Bromo aus gesehen kurz vor Yogya befindet.

Route für Anfänger
Route für Anfänger

Hast Du noch Tips, die diese Route ergänzen? Dann los, einfach in die Kommentare schreiben!

Alle Orte dieses Trips auf einer Karte:

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30 Kommentare

    • Danke, Stefan! Ich glaube, bei Indonesien wird einem immer ‘noch so einiges’ fehlen, so oft man auch hinfährt… ;-)

  • Hi Marco

    Sehr umfassender Artikel. Wir waren vor 10 Jahren in Solo und wir empfehlen es auch immer wieder :)

    Was ich noch empfehlen würde, ist ein Sprung weiter nach Osten, genauer nach Flores. Die kleine Insel hat unglaublich viel zu bieten, von Vulkan bis zu den besten Tauchgebieten.

    Apropos: Falls du noch vor hast, die Komodo Varane in freier Wildbahn zu sehen, empfehle ich dir Rinca Island, anstelle Komodo. Sie hat viel mehr Varane und ist bedeutend weniger touristisch.

    Liebe Grüsse,
    Simon

    • Cool, Simon, vielen Dank für die Tips! Von Flores habe ich auch schon gehört (erinnert mich noch dazu immer an Guatemala…). Und Varane in freier Wildbahn müssten tatsächlich irgendwann noch mal sein!
      Safe travels,
      Marco

  • …Indonesien ist eines meiner Lieblingsländer in SOA. Vor allem, weil es gross genug ist, um vom 0815-Backpackertrail wegzukommen. Große Teile Sulawesi, generell alles in den Molukken, Papua (für die mit dem dickeren Geldbeutel) oder alles östlich von Flores nur mal als Beispiel. Und für Taucher findet sich auch das ein oder andere Paradies. Tolles Reiseland.

  • Surabaya hat mir auch sehr gut gefallen. Ich hatte dort einen recht coolen Kontakt zu Einheimischen. Wer etwas länger dort bleibt, wird den faszinierenden Mix der Kulturen dort kennenlernen. Surabaya hat ja unglaublich viele Chinesen und Araber, die seit Generationen dort leben und eigene Stadtviertel haben.

  • Hi Marco,
    toller Beitrag! Das erinnert mich total an meine Zeit auf Bali… Ist noch nicht soooo lange her, die Erinnerungen sind also noch sehr frisch! Ubud fand ich sehr toll, und am schwarzen Strand in Lovina war ich auch. Tja, der Rest von Indonesien ist mir noch nicht bekannt, aber vielleicht ergibt sich ja in naher Zukunft mal die Gelegenheit zum hinreisen. Deine Fotos machen auf jeden Fall die Neugier groß!
    Liebe Grüße
    Melanie

  • Hey Marco,
    super schön geschriebener und ausführlicher Beitrag. Das weckt Erinnerungen an Bali :)
    Wer außergewöhnliches und lokales Essen (so wie ich) liebt – unbedingt nach den Tempelbesuch in Ubud ein Warung aufsuchen und dort Babi Guling probieren. Extrem leckeres Spanferkel.
    Ach, jetzt würd gern gleich in den nächsten Flieger sitzen und abdüsen – aber das ist leider noch ne Weile hin.
    Patrick

    • Danke, Patrick! Freut mich, wenn der Text Erinnerungen weckt! Das Babi Guling sah in der Tat sehr lecker aus, ich habe es aber nicht probiert, da ich Vegetarier bin…
      Safe travels!
      Marco

  • Falls jemand informationen in speziellem zu Surabaya braucht der kann sich gerne an mich wenden, denn ich habe dort 8 Monate gelebt und das eigentlich nur zwischen den locals.

    Das was hier beschrieben wird, ist natürlich bedingt durch die aufenthaltsdauer, sehr oberflächlich.
    Ich geb trotzdem mal meinen Senf dazu in ein paar Stichpunkten.

    1. Es ist sehr schwer einen Roller verleiher in Surabaya zu finden. Mir ist nur ein einziger bekannt. Dieser verlangt 50rb pro Tag.
    2. House of Sampoerna und Masjid Ampel sind interessant zu sehen.
    3. Direkt neben dem Delta ( Surabaya Plaza) steht ein U-Boot welches zum Museum umfunktioniert wurde ( 3000 IDR Eintritt)
    4. Loops und G-Walk im Westen von Surabaya sind Top “Fressstraßen” die zum allabendlichen Essen einladen und jeden befriedigen werden von der Massiven Auswahl her.
    5. Südlich von Surabaya gibt es einen Schlammvulkan zu sehen in Sidoarjo. Es ist ein Fehlgeschlagenes Projekt der Regierung wo ein Heisswasser-reservoir angebohrt wurde. Und der Austritt kann einfach nicht gestoppt werden, so entschied man sich es einfach laufen zu lassen. Ganz interessant aber das wars dann auch.
    6.Food Festival in Pakuwon bietet jeden Abend zwischen 5 und 9 Uhr eine Tolle Auswahl zum essen.
    7. Jeden Abend zwischen 8 und 10 Uhr gibt es einen Pasar Maling ( Markt der Diebe) vor dem Darmo Trade Center !!! ACHTUNG DAS IHR DORT NICHT BEKLAUT WERDET !!!!
    8. In der Nähe des Busterminals (Südwesten von Surabaya) gibt es den Surabaya Carnival. Dies ist das Indonesische gegenspiel vom Phantasialand nur halt auf Indonesisch. Es gibt dort 2 Achterbahnen und eine dritte ( Sept 2014) befindet sich im Bau. Ganz witzig für einen Abend mal etwas durch den Park zu laufen. Eintritt 15rb und nochmal extra für jede Fahrt. (Geht nicht in das Bioskop 360!!!!-> Das ist der wirklich letzte Scheiss)
    9. Surabaya bietet unzählige Malls die zum Shoppen einladen und es ist weitaus günstiger wie Bali und co. Teilt die “Kuta”-Preise durch 10 und ihr habt ca. Surabaya Preise was Souvenirs angeht. Diese Kauft ihr am Besten bei “Mirota” auf der Jalan Sulawesi. Dort braucht ihr nicht feilschen und bekommt Souvenirs aus ganz indonesien und einen wirklich sehr guten Preis.
    10. Im Keller des Darmo Trade Centers auf der Seite der Bahngleise findet jeden Morgen zwischen 4 und 7 Uhr ein traditioneller Markt in der “Tiefgarage” statt. Dort könnt ihr zuschauen wie Tiere ausgeweidet werden und wie die Locals einkaufen. Ich garantiere euch der Anblick, der Geruch und die Blicke der Einheimischen werden euch euer Leben verfolgen.
    11. Über die Clubszene brauche ich nicht viel sagen. Die ist der Hammer. Meine Favorites: Colors Pub, M One, Desperado und Coyote
    12. Ihr braucht kaum angst zu haben in Surabaya abgezogen zu werden wie in Bali. Ich selber habe nie mehr bezahlen müssen wie die locals, liegt aber vielleicht auch daran das ich ein wenig Indonesisch spreche.
    13. Wer fälschungen sucht von wirklich ALLEM der bekommt sie in Surabaya.
    14. Taxis kann ich Bluebird, Silvetaxi, Gold Limo und O-Renz empfehlen. !!! VIELE TAXIFAHRER SPRECHEN KAUM BIS GAR KEIN ENGLISCH!!!!!
    15. Günstige und saubere Übernachtung findet ihr im Hotel Olympic. Online Preise vergleichen mit Agoda und Booking. IMMER günstiger wie vor ort. Ab 120rb pro Nacht. Sehr zu empfehlen. (Essen kann ich sehr das ayam lada hitam empfehlen)
    16. Restaurant Geheimtips.
    Longs Resto, 24 Stunden Lieferservice http://www.longsresto.com -> Indonesischkenntnisse zwingend erforderlich
    Steigt in ein Taxi und sagt ihr wollt ins Wapo an der Jalan Darmawangsa. Wirklich große Portionen und sehr kleine Preise. Meistens sehr voll.
    17. Schaut euch das Hotel Majapahit an. Entstehungsgeschichte / Ort der Indonesischen Flagge und wichtiger Historische Punkt für Indonesien und Surabaya.
    18. Es gibt ein ECHTES Gespenster haus in Surabaya. Die Geschichte dieses Hauses wurde sogar schon verfilmt. Rumah Hantu. In der Darmo permai ecke. Dieses Haus oder besser gesagt beide sind absolut unbekannt bei Touristen aber es ist schon ganz witzig dort in den Gebäuden zu wandern und die Geschichte zu kennen. ABSOLUTES TOURISTEN FREIES GEBIET
    19. Touristen findet ihr in Surabaya gaaaaaaaaaaanz selten. Eventuell in der Tp ( Tunjungan Plaza) aber auch da sind sie sehr rar gesäht.
    20. PFLICHT FÜR JEDEN BESUCHER: Besucht einen DANGDUT!!!!! JALAN KAYOON.
    21. Alles in allem kann Surabaya interessant sein aber auch erschreckend zugleich.Für Touristen mit dem willen die etwas andere Seite des Tourismus zu erleben und mal eine Stadt zu fühlen für den ist Surabaya interessant. Aber ich denke dies trifft vielleicht auf 1% der Traveller zu. Dem Rest empfehle ich Surabaya als zwischenstop für maximal 3 Tage. Dann habt ihr wirklich vieles gesehen. Surabaya dient als super zwischenstop zwischen Bromo und Bali. Für fragen stehe ich natürlich komplett offen

  • Hi,ich will nur mal schnell Danke schreiben für diesen super hilfreichen und begeisterten Bericht; und auch für die Kommentare. Die erwischen mich in genau der Phase,wo ich die Reiseführer überfordert weglegen und auf 4 Wochen Malle umplanen wollte ;0) also vielen Dank,dass ihr euch die Mühe gemacht habt,eure Erfahrungen aufzuschreiben! Schönste Grüsse, noch aus dem kalten Hamburg, Claudia

  • Hello. You had a very good description. Our team works on a field trip. But we did a lot of reading you. You’re really skilled in this field. congratulations. I hope you always good luck.

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