Meine Finnland Highlights

Olavinlinna
Olavinlinna

Nach Finnland fährt man nicht alle Tage. Zumindest ich nicht. Und so bin ich dann, gänzlich unbeleckt von skandinavischer Kultur, auch direkt dem Charme des nordischen Landes und seiner Bewohner erlegen. Natur, Freundlichkeit und gutes Essen – so kriegt man mich wirklich immer!

Helsinki ist in jedem Fall einen Besuch wert. Und dann sollte man sich, wie ich finde, schnellstens in Richtung Osten aufmachen, um die einmalige Natur Finnlands zu erkunden.

Meine Finnland Highlights

Helsinki

Der Hafen

Ich persönlich fand die finnische Hauptstadt am schönsten nahe des Hafens. Eine kühle Brise weht hier vom Meer herüber und man kann den Schiffsriesen beim behäbigen Auslaufen zusehen. Noch dazu gibt es direkt am Hafen einen Markt, auf dem man hervorragend essen und sich mit allerlei Souvenirs rund um typisch finnische Symbole wie etwa den Elch eindecken kann. Meine Essens-Empfehlung: Ein gemischter Teller mit verschiedenen Fisch-Spezialitäten. Hat man nur wenig Hunger, sollte man zumindest ein mit geräucherten Sprotten belegtes Brot probieren. Oder natürlich einen Elch-Burger!

Helsinki (im Uhrzeigersinn): Kathedrale, Eisstand im Zentrum, Riesenrad am Hafen, Kirche.
Helsinki (im Uhrzeigersinn): Kathedrale, Eisstand im Zentrum, Kirche, Riesenrad am Hafen.

Vom Hafen aus legen auch die Ausflugsboote nach Suomenlinna ab. Außerdem sollte man hier die Kauppahalli besichtigen, so sie denn offen ist: Eine große Markthalle mit noch mehr gutem Essen!

Suomenlinna

Ich war gar nicht darauf gefasst, wie zauberhaft diese auf fünf Inseln gelegene Festung sein würde. Umso mehr staunte ich nach der 20-minütigen Überfahrt auf der kleinen Fähre (die übrigens in einem Tagesticket für Helsinkis Öffentliche enthalten ist). Bunte Holzhäuser und massive Steingemäuer, dazu tolle Ausblicke aufs Meer. Die paar Touristen, die hierher finden, verteilen sich schnell und so schlendert man schon bald alleine durch die malerischen Kopfsteinpflaster-Gassen. Doch die Seefestung bietet noch mehr als traditionelle nordische Gemütlichkeit. Suomenlinna, bewohnt von gerade mal 900 Menschen, beheimatet zahlreiche Künstler und Musiker. Jeder kennt einander. Und so lassen sich an jeder Ecke kleine Kunstwerke und ästhetische Arrangements entdecken, und ein Plausch mit den Bewohnern ist nie weit.

Eindrücke von Suomenlinna
Eindrücke von Suomenlinna

Weitere Sehenswürdigkeiten Helsinkis

Die weisse Kathedrale darf man bei einem Besuch Helsinkis natürlich nicht auslassen. Rund um den großen Platz, auf dem sie steht, lassen sich immer wieder neue, tolle Perspektiven auf das pittoreske Gebäude entdecken.

Ebenfalls empfehlenswert ist das Museum für zeitgenössische Kunst, natürlich immer abhängig von der jeweiligen Ausstellung. Ich jedenfalls streifte für mehrere Stunden durch das weitläufige Gebäude, dessen Architektur bereits bemerkenswert ist.

Auch schön ist die Fussgängerzone sowie der kleine Park ‚Esplanadi‘, der am Hafen beginnt und zwischen zwei Strassen entlang läuft. Hier lässt es sich toll abhängen, Menschen beobachten, erstaunlich gepflegte Tauben füttern und Strassenmusikern lauschen. Wen das hungrig gemacht hat, der sollte in jedem Fall beim ‚Cafe Esplanad‘ auf der anderen Strassenseite vorbeischauen. Die Zimtschnecken sind unter den Bewohnern Helsinkis legendär – und sie sind riesig und wahnsinnig lecker!

Zimtschnecken im Cafe Esplanad!
Zimtschnecken im Cafe Esplanad!

Unterkunft

Zwar kenne ich bisher nur dieses eine Hotel, ich kann es aber jedem nur wärmstens empfehlen. Der Grund: Wie oft bekommt man schon die Gelegenheit, in einem ehemaligen Gefängnis zu wohnen?! Das Best Western Premier Katajanokka liegt auf der Insel Katajanokka, also nah an allen oben beschriebenen Sehenswürdigkeiten. Und man hat es tatsächlich aus einem Gefängnis kreiert. Die Zimmer sind ehemalige Zellen, was man jedoch kaum mehr merkt. Anders im großen offenen Flur, dort kann man sich die alten Zeiten leicht vorstellen! Mein Tipp: Im Keller kann man noch eine originalgetreue Einzelzelle sowie eine sehr spartanische Gemeinschaftszelle bestaunen. Unbedingt machen! Vielleicht aber lieber erst kurz vor der Abreise, um eventuelle Alpträume zu vermeiden…

Best Western Katjanokka - Wohnen im Gefängnis!
Best Western Premier Katajanokka – Wohnen im Gefängnis!

 Auf in die Natur – Die Saimaa-Region

Puumala

Der Weg in Richtung Osten lohnt sich. Denn dort liegt die Saimaa-Region, seines Zeichens größte Seenplatte Europas. Zahllose Gewässer sind durch malerische Flüsse miteinander verbunden und ergeben in der Summe diese einzigartige Landschaft. Hierher fahren nicht nur Touristen, sondern auch die Finnen selbst, auf der Suche nach Entspannung und Natur. Wer etwas auf sich hält, unterhält irgendwo in den endlosen Pinien-Wäldern eine kleine Hütte, in die er sich wochenends mit guten Freunden zurückzieht, um gemeinsam zu saunieren, gut zu essen und zur Ruhe zu kommen.

Erster Blick auf die Seen
Erster Blick auf die Seen

Man sollte sich auf jeden Fall ein paar Tage Zeit nehmen, um die schönsten Punkte der Region zu besichtigen.

Eine mögliche Route
Eine mögliche Route

Auf dem Weg durch die endlosen Wälder, vorbei an vereinzelten rotbraunen Holzhäusern, sollte man zum Mittagessen in Anttolanhovi halten. Nicht nur hat man hier einen tollen ersten Ausblick auf das in diesem Landstrich so zahlreich vertretene Wasser. Man bekommt auch noch sehr leckere, typisch finnische Spezialitäten aufgetischt. Hinweis an dieser Stelle: Ein Finnland-Besuch beinhaltet sehr viele Gerichte, die mit Fisch zu tun haben! War ja irgendwie klar…

Unbedingt probieren: Das Eis mit Lakritzgeschmack. Dieses ist ein dermaßen schräges und zugleich leckeres Geschmackserlebnis, dass ich schon überlege, Generalimporteur für diese Delikatesse zu werden. Isst man es nicht hier, kann man das Eis auch an vielen anderen Orten Finnlands kosten.

Lakritz-Eis
Lakritz-Eis

Ziel des ersten Tages sollte das Sahanlahti Resort in Puumala sein. Wer hier nicht abschalten kann, der ist ein hoffnungsloser Fall!

Das Resort liegt direkt am Wasser und bietet alles, was einen Finnland-Besuch ausmacht. Von hier aus lassen sich tolle Wanderungen in die wundervolle Natur unternehmen. Was ich vorher nie auf dem Schirm hatte, aber erstaunlich viel Spaß macht, ist das Sammeln von Blaubeeren! Diese sind hier so zahlreich, dass man theoretisch wochenlang pflücken könnte. Das sogenannte ‚Every man’s right‘ besagt, dass jeder überall Früchte sammeln darf. Beim Pflücken natürlich nicht vergessen, auch einige der saftigen Beeren schon mal zu kosten! Fragt man freundlich im Resort, lässt sich der Koch dazu hinreissen, die Beeren zu verschiedenen Gerichten zu verarbeiten.

Nach der Wanderung ist es Zeit für die finnische Rauchsauna! Das Resort hat natürlich eine solche parat, von der aus man schnell ins kühle Wasser laufen kann. Dieses ist hier übrigens so sauber, dass man es getrost trinken kann! Sauna in Finnland beinhaltet natürlich Schwitzen, zudem trinkt man im rußigen Holzhäuschen aber auch das eine oder andere Bier und stärkt sich mit kleinen Snacks.

Das Sahanlaati Resort: Einen Gang runterschalten...
Das Sahanlaati Resort: Einen Gang runterschalten…

Am Abend sollte man unbedingt an einem traditionellen finnischen Essen rund um das offene Feuer teilnehmen. An Gemütlichkeit ist dieses Ereignis in einer hölzernen Hütte, die innen mit Elchfellen ausgekleidet ist, kaum zu toppen! Und die am Feuer geräucherten Lachse sind der Wahnsinn.

Das Puumala-Archipel

Nach einer unglaublich ruhigen Nacht im hölzernen Zimmerchen sollte man sich beim herzhaften Frühstück stärken und dann eine Angeltour unternehmen. Alleine schon die Bootstour durch die idyllischen Wasserwege ist toll. Mit viel Glück aber fängt man dann auch noch einen Fisch, den man sich später braten kann. Oder man hat wirklich großes Glück und bekommt eine der nur noch 300 Ringelrobben zu Gesicht! Diese bitte nicht fangen, sie stehen unter Naturschutz!

Sehr empfehlen kann ich eine geführte Tour mit Mika Kärkkäinen. Er ist erst letztes Jahr zum besten Angelführer Finnlands gewählt worden. Davon einmal abgesehen ist er auch noch ein sehr witziger Typ mit einem trockenen Humor! Auf seinem Echolot sieht er, wo sich die Fische verstecken. Und dann zeigt er auch noch dem blutigsten Anfänger, wie er zu seinem Angelglück kommt.

Ein Tag mit Mika: Angeln, Echolot und finnische Zoten.
Ein Tag mit Mika: Angeln, Echolot und finnische Zoten.

Man sollte Mika darum bitten, zum Mittagessen in Niinisari ausgeladen zu werden, einer entzückenden Insel mit gerade mal 160 Bewohnern. Zu Blüten-Limonade und hausgebrautem Bier reicht man hier geräucherte Fische, Lachssuppe, frisches Kartoffelbrot mit Butter und Quark mit Blaubeeren. Die Finnen wissen, wie man es sich gut gehen lässt!

Hier mal eine Auswahl der fantastischen Gerichte Ostfinnlands!
Hier mal eine Auswahl der fantastischen Gerichte Ostfinnlands!

Auf dem weiteren Weg sollte man eine von nur drei verbleibenden Burgen Finnlands besichtigen, Olavinlinna im Dörfchen Savonlinna.

Olavinlinna
Olavinlinna

Punkaharju

Punkaharju ist berühmt für seine vielen Seen und Hügel sowie die riesigen Pinien. Was bietet sich hier besser an als eine weitere sehr finnische Aktivität, Nordic Walking?! Kommt man wie ich seinerzeit im Sanatorium-Hotel Kruunupuisto unter, kann man einen ersten Schnupperkurs im Nordic Walking gleich bei einem der Pioniere dieser Sportart, die in den letzten Jahren die ganze Welt erobert hat, buchen: Marko Kantaneva. Tatsächlich macht das Ganze dann auch viel mehr Spaß als man erst mal denken würde. Wirklich schwierig ist es auch nicht. Und doch spürt man nach der zweistündigen Tour über Hügel und durch duftende Pinienwälder ganz schön seine Muskeln!

Einer der Ausblicke beim Nordic Walking
Einer der Ausblicke beim Nordic Walking

Ganz in der Nähe steht, wieder mal direkt am Wasser, eine gemütliche Rundhütte, in der man vorzüglich zu Abend essen kann. Unbedingt probieren: Die über dem Feuer köchelnde Lachssuppe sowie Elchfleisch mit Kartoffelbrei und Marmelade! Tipp: Der Sonnenuntergang ist hier wirklich atemberaubend!

Ohne Worte!
Ohne Worte!

Ist man zufällig an einem Freitagabend vor Ort, sollte man noch der Tanzhalle beim Hotel einen Besuch abstatten. Als Frau sollte man jedoch darauf gefasst sein, zum Tanz aufgefordert zu werden!

Linnansaari Nationalpark

Tags drauf wird es dann – man glaubt es kaum – noch mal etwas schöner! Wieder per Boot geht es in den Linnansaari Nationalpark. Man sollte sich vom Kapitän zur höchsten Erhebung der Gegend bringen lassen, den sogenannten Linnavori (Burgberg). Eine Burg gibt es dort zwar nicht, dafür aber einen der idyllischsten Ausblicke, die ich je gesehen habe. 

Der Ausblick vom Linnavori
Der Ausblick vom Linnavori

Von dort ist es nicht mehr weit bis zum Holiday Resort Järvisydän. Auch hier ist das Essen der Wahnsinn und, wie es schien, noch mal eine Ecke feiner. Empfehlung meinerseits: Rentierfleisch mit Pilzen und hausgemachtem Käse oder, für Pescetarier, ein Tartar aus rohem Fisch. Danach Barsch mit Kartoffelpüree und Dill, und zum Abschluss ‘Arme Ritter’, in Ei gebratene, süße Brotscheiben.

Direkt beim Resort lassen sich Kayaks und Kanus mieten, mit denen man die Gegend dann noch mal auf eigene Faust erkunden kann. Das sollte man sich auf keinen Fall entgehen lassen!

Mit dem Kayak unterwegs
Mit dem Kayak unterwegs

Mikkeli

Den Abschluss der Tour bildet das kleine, auf schräge Weise hübsche Städtchen Mikkeli. Neben einigen kleinen Sehenswürdigkeiten lassen sich hier zum Ende noch ein paar weitere ‚finnische Erfahrungen‘ sammeln.

Wohnen lässt es sich gut und zentral im Original Sokos Hotel Vaakuna. Zum Essen sollte man ein wenig durch die Stadt wandern, um dann im Bistro Vilee einzukehren, das in einem alten Theater beheimatet ist.

Mikkeli - auf schräge Weise schön
Mikkeli – auf schräge Weise schön

Danach heisst es dann: Shuffleboard! Bei diesem Spiel, einem Import aus den USA, geht es darum, auf einem mit Sand bestreuten Tisch einen kleinen Puck in die richtige Position zu rutschen. Klingt nach nicht viel, macht aber, gerade mit einer größeren Gruppe, einen Heidenspaß! Hierfür empfehlen kann ich die Patteri Bar.

Ist man an einem Wochenende vor Ort, kann man danach gleich weiterziehen in einen von zwei Clubs, beide nur einen Steinwurf vom Hotel gelegen. Egal, ob man nun tanzen möchte oder nicht, man sollte auf jeden Fall einen Lakritz-Likör probieren!

Dann eine Mütze Schlaf und am nächsten Tag lässt es sich von hier aus schnell zurück nach Helsinki gelangen.

Für mich persönlich waren die Tage in Ostfinnland ein echtes Highlight. Wer die Natur liebt, kann hier eigentlich nicht enttäuscht werden.

Zum Abschluss noch zwei Tipps für sehr typische finnische Speisen:

  • Kalakuko: ein köstliches, mit geräucherten Sprotten gefülltes Brot.
  •  Tyrni: Ein sehr saurer, aber wohl wahnsinnig gesunder Sanddornsaft. 
Finnische Momentaufnahmen
Finnische Momentaufnahmen

Ich wurde auf diese Reise im Rahmen des #outdoorsfinland – Programms von Visit Finland eingeladen. Meine Meinungen bleiben davon natürlich unberührt.

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