Gastartikel: Globetrotten mit Kindern – Aussteigen auf Zeit

Schon länger beobachte ich gespannt die Fotos von Katharina von Mein geliebtes Kind, die immer wieder mit der ganzen Familie in einem uralten LKW unterwegs ist. Denn auch auf diese Weise lässt es sich offenbar recht abenteuerlich reisen! Daher hier nun ihre Geschichte zum Globetrotten mit Kindern sowie einige Tipps für Menschen, die das ebenfalls vorhaben:

von Katarina Walter

Reisen hat schon immer zu meinem Leben gehört. Als Kind bin ich mit meinen Eltern in den Schulferien mit dem Zelt unterwegs gewesen und habe Frankreich als zweite Heimat kennen und lieben lernen dürfen. Die große weite Welt hat sich dann während des Studiums und später mit meinem Mann erschlossen und neben Alaska, Kanada, den Azoren und dem Rest Europas sind viele wundervolle Orte dieser Welt in meine Erinnerungskiste gewandert.

Als wir dann Kinder bekamen, stellte sich uns die Frage, wie wir fortan reisen wollten und könnten. Nichts lag näher, als mobil und naturverbunden unterwegs zu sein, und möglichst viel Spontaneität einzubauen für alle Beteiligten.

So machten wir uns auf die Suche nach einem geeigneten Gefährt für unsere Vorhaben und wurden nach einiger Zeit fündig. Der „Dicke“, wie wir ihn liebevoll nennen, wurde unser neues „Familienmitglied“ und begleitet uns seit nunmehr 7 Jahren treu auf jeder Reise. Die alte Feuerwehr ist ein umgebautes Löschfahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr Ohlstedt und wurde vom Vorbesitzer äußerlich verändert. Er schweißte einen Alkoven und lackierte das Fahrzeug.

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Wir haben dann den Innenausbau nach unseren Vorstellungen gemacht und starteten 2008 auf die erste Reise gen Norwegen und Schweden. Es folgten viele weitere über das Baltikum gen Osten, den Balkan, natürlich nach Frankreich, Italien, Griechenland und auch Korsika und Elba durften nicht fehlen. Letzten Sommer waren wir dann zwei Monate in Marokko, Portugal, Spanien und Frankreich unterwegs und auch für das kommende Jahr stehen die Pläne schon.

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Wie kann man ein Leben on the road mit 3 Kindern auf 12 Quadratmetern bewerkstelligen?

Natürlich muss man sich schon gern haben, wenn man über längere Zeit auf so engem Raum zusammenlebt und unser Großer, der gerne mal Raum für sich braucht, hatte zunehmend ein Problem damit, sich nicht in ein Zimmer zurückziehen zu können. Der Alkoven bot aber eine Alternative und da er ein absolutes Draußen-Kind ist, war schnell die Welt um uns herum sein Platz, um allein sein zu können.

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Was macht das Reisen auf vier Rädern so spannend?

Das Schöne am Reisen mit Wohnmobil ist ja, dass man hinfahren kann, wo es einem gefällt, ohne gebunden zu sein an Buchungen, ausgewiesene Plätze oder das Wetter. Wenn wir irgendwo landen, wo uns die Umgebung, das Wetter oder sonstiges nicht gefällt, packen wir am nächsten Tag einfach das wenige Hab und Gut wieder ein und ziehen weiter. So können wir stets auf die Bedürfnisse aller Mitreisenden Rücksicht nehmen und auch dem Kleinsten, der gerade robbt und In-der-Gegend-Herumstehen übt, gerecht werden.

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Natürlich erleichtert schönes Wetter das Unterfangen enorm, denn nasse Regenklamotten trocknen mitunter schwer in dem kleinen Bad, das zwar Toilette, Waschbecken und Dusche beherbergt, aber wenig Fläche zum Aufhängen nasser Kinderkleidung hat. So zieht es uns immer wieder gen Süden, wo man morgens einfach erwachen, die Türe öffnen und nach draußen strömen kann. Es empfiehlt sich auch mit drei kleinen Kindern, Gegenden aufzusuchen, wo es zumindest irgend eine Form von Wasser gibt. Denn baden, planschen und Steine werfen sind bei unseren Dreien unabdingbare Grundpfeiler des Wohlbefindens im Urlaub.

8 Punkte für ein angenehmes und für alle Beteiligten schönes Reisen für mehrere Wochen:

  • Ausreichend Pausen zum toben, spielen und Auto verlassen.
  • Wasser, wann immer es geht: Zum schwimmen, planschen und Steine werfen.
  • Gut geplantes und nur bedingtes Sightseeing, denn Touristenmagneten quellen oft über und sind mit drei Kids im Gepäck stressig, weil man die Augen und Ohren immer offen haben muss.
  • Genug Frischwasser an Bord, um eine Woche autark stehen zu können, denn wir mögen keine Massenansammlungen auf klassischen Campingplätzen und ziehen wildes Campen vor (je wilder die Umgebung und je unberührter die Natur, umso spannender die Erlebnisse und Entdeckungen für alle).
  • Ausreichend Platz im Kühlschrank, da fünf Personen mit zudem sehr unterschiedlichen Vorlieben (von Allesesser bis Veganer) ja auch versorgt sein wollen.
  • Hin und wieder ein Stellplatz mit Stromanschluss, um mobil und erreichbar zu bleiben (es gibt kaum Schlimmeres für mich als leidenschaftliche Bloggerin, als nicht im Netz sein zu können).
  • Eine gut ausgerüstete Werkzeugtasche und einen Mann, der alles kann, denn gerade wenn man mit einem Oldtimer unterwegs ist, kann doch das ein oder andere anfallen, das dann vor Ort repariert werden muss. Es empfiehlt sich durchaus, sein Fahrzeug gut zu kennen und zu beherrschen.
  • Viele Ideen und Abenteuerlust, um mit den Kindern wieder Kind sein zu können und den Urlaub einfach mal „frei“ und unbeschwert genießen zu können. Kopf ausschalten, Fünfe gerade sein lassen und in den Tag hineinleben – wunderbar!

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Habe ich noch etwas Wichtiges vergessen? Ich freue mich auf Euer Feedback und sage erstmal: à bientôt – vielleicht sehen wir uns ja mal on the road.

Dies ist ein Gastartikel von Katharina Walter. Reiselustig, vielseitig aktiv, drei Kinder – auf ihrem Blog Mein geliebtes Kind gibt es mehr von ihr zu lesen.

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