Reiseliteratur – meine absoluten Lieblingsbücher!

Die Grundidee meines Blogs ist ja, dass Reiseliteratur zu lesen mitunter genauso spannend sein kann wie selbst unterwegs zu sein. Und so findet man auch mich, wenn ich gerade mal nicht auf Reisen bin, nicht selten über ein aufgeschlagenes Buch gebeugt. Zum Einen für neue Inspiration, zum Anderen natürlich, um literarisch von den ‚alten Hasen‘ zu lernen.

Ich habe Euch hier mal meine momentanen persönlichen Lieblingsbücher der Reiseliteratur auf einem Fleck versammelt. Gefällt Euch etwas, dann kauft es doch direkt über den jeweiligen Link auf dem Foto. Denn für Euch bleibt der Preis der gleiche, ich aber bekomme für meine Empfehlung noch ein paar Prozent Provision. Und Ihr wisst ja: Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen… ;-)

Reiseliteratur: Helge Timmerberg

Helge Timmerberg: Tiger fressen keine Yogis

Der vermutlich beste Einstieg in die deutsche Reiseliteratur. Timmerberg ist wortgewandt, witzig und leicht bescheuert. Genau mein Ding! Diese Sammlung aus kurzen Geschichten ist für mich persönlich auch sein bestes Werk, gerade weil man mit jedem neuen Kapitel auch in ein völlig neues Abenteuer eintaucht.

Reiseliteratur Rattawut Lapcharoensap

Rattawut Lapcharoensap: Sightseeing 

Ein Blick hinter die Kulissen des Reiselandes Thailand, geschrieben von einem Thai, der dabei kein Blatt vor den Mund nimmt. Man kann in diesem Buch viel lernen über das faszinierende Land. Und ist immer wieder aufs Neue verblüfft, wie anders Thailand und auch der westliche Tourismus aus der Perspektive von Lapcharoensap aussieht. Wertvolle Reiseliteratur für jeden Thailand-Liebhaber!

Reiseliteratur: Roger Willemsen

Roger Willemsen: Bangkok Noir

Wo wir schon mal bei Thailand sind: Über die Texte zum gleichnamigen Bildband mag man ja vielleicht mosern, aber das reine Textbuch von Roger Willemsen ist einfach nur super-interessant und gibt sehr viel Aufschluss zu allen Facetten des Thai-Lebens. Die Grundidee des ungewöhnlichen Buches: Willemsen und ein Fotograf verließen drei Monate lang ausschließlich nachts ihr Hotel in Bangkok, um all die verborgenen Geschichten aufzuspüren, die sich in der Dunkelheit abspielen. Und dabei haben sie wirklich einen verdammt guten Job gemacht!

Reiseliteratur: Gregory David Roberts

Gregory David Roberts: Shantaram

(englisch) Keine Reiseliteratur im herkömmlichen Sinne, aber eines der beeindruckendsten Bücher, die ich in den letzten Jahren gelesen habe! Die Geschichte eines australischen Kriminellen, der aus dem Gefängnis entkommt und nach Indien flieht. Er lebt in einem Slum, gründet ein Krankenhaus, gerät erneut in krumme Geschäfte und kämpft schließlich in Afghanistan. Das Erstaunlichste an der Geschichte ist, dass sie auf wahren Begebenheiten beruht. Dieses Buch lässt einen wirklich  sprachlos zurück!

Reiseliteratur: Rüdiger Nehberg

Rüdiger Nehberg: Abenteuer am blauen Nil und Drei Mann, ein Boot, zum Rudolfsee

‚Sir Vival‘ spaltet das Publikum. Zwar ist der unkaputtbare Pionier der Survival-Bewegung Nehberg ein sehr charismatischer Redner, literarisch liefert er jedoch oft nicht das Gelbe vom Ei. Diese beiden Bücher jedoch, nun kombiniert in einer Ausgabe, haben mich völlig gefesselt, und zwar von der ersten bis zur letzten Seite. Bei allem, was der verrückte Hund Nehberg in einem damals noch völlig unberührten, wilden Afrika erlebt, bedarf es nicht mal mehr einer guten Schreibe, um daraus tolle Reiseliteratur zu machen!

Reiseliteratur: Suketu Mehta

Suketu Mehta: Bombay – Maximum City

Zurück zu Asien: Für Fans des indischen Subkontinents geht kein Weg an diesem Buch vorbei. Besonders wenn man, wie ich, Bombay mag. Der Journalist Suketu Mehta geht tief hinein in diese seltsame, heterogene Stadt und spürt geradezu haarsträubende Geschichten in ihr auf. Anekdoten von Bollywood-Stars und Slum-Bewohnern, von Barmädchen und Migranten, von Hoffnung und Tod. Nach der Lektüre sieht man die größte Stadt der Welt mit anderen Augen. Für Metha ist Bombay »ein Vorbote der ausufernden Megalopolen, die den Begriff der ›Stadt‹ über kurz oder lang neu definieren werden«. Absolut lesenswert!

Reiseliteratur: Oleander Auffarth

Oleander Auffarth: 111 Gründe, Indien zu lieben

Wer schon mal bei Indien ist, dem möchte ich das Buch meines Blogger-Kollegen Oleander Auffarth ans Herz legen. Denn der sonst eher für seine Gonzo-Reportagen bekannte Auffarth versteht es auch recht gut, die Neugierde des Lesers für den Subkontinent zu wecken, während er im gleichen Atemzug auf die zahlreichen Probleme hinweist, in denen Indien nach wie vor steckt. Reisende, die Indien bereits lieben gelernt haben, werden in diesem Buch immer und immer wieder schmeichelhaft daran erinnert, warum sie diesem seltsamen Land verfallen sind. Alle Anderen können diese kurzweilige Sammlung von Weisheiten getrost als Einführung für Indien verwenden.

Reiseliteratur: Tiziano Terzani

Tiziano Terzani: Fliegen ohne Flügel

Der Spiegel-Journalist Terzani, über ein Vierteljahrhundert lang Korrespondent in verschiedenen asiatischen Ländern, bekommt von einem Wahrsager prophezeit, dass er im nächsten Jahr mit einem Flugzeug abstürzen wird. Nimmt er das zunächst noch mit Humor, veranlasst ihn diese Prophezeiung schon bald zu zwei Entschlüssen: Er besteigt ein ganzes Jahr lang kein Flugzeug. Und er sucht in jedem der von ihm auf dem Land- und Wasserweg bereisten Länder weitere Wahrsager auf. Mit diesen beiden Kniffen erschafft er einen völlig neuen Blick auf die ihm bereits so vertraute asiatische Kultur. Lehrreich, unterhaltsam und nachdenklich machend zugleich, Reiseliteratur at its best!

Reiseliteratur: James Michener

James A. Michener: Die Kinder von Torremolinos

Dieser Roman der Reiseliteratur wurde mir direkt an der Route 66 in Nevada von einem alternden, sympathischen Hippie empfohlen. Ich bin ihm noch heute dankbar dafür! Die bewegende Geschichte von sechs jungen Freunden aus aller Welt spielt 1969, also im Jahr der Liebe. Die Hippie-Kids lehnen sich auf gegen gesellschaftliche Normen und reisen, mit Hindernissen kämpfend, von Spanien über die Algarve nach Mozambique und schließlich nach Marrakesch. Wer, wie ich, fasziniert ist von der Hippie-Kultur der 70er, den wird dieses Buch nicht kaltlassen. Eines jedoch sollte man nicht machen: Torremolinos besuchen. Ich bin kurz nach dem Lesen dieses Buches hingefahren, aber es wurde schnell klar, dass ich 30 Jahre zu spät dran bin…

Reiseliteratur

Patricia Schultz: 1000 places to see before you die

Eigentlich bin ich ja kein Freund dieser Bucket-Lists. Doch dieser dicke Schinken hier ist wirklich toll. Der Untertitel ‚Die Lebensliste für den Weltreisenden‘ trifft es ganz gut. Zu jedem noch so abgelegenen Ort gibt es mindestens eine Empfehlung, immer mit detaillierten Informationen und einer Hintergrund-Geschichte. Und so nehme ich dieses Buch fast jedes Mal zur Hand, bevor ich auf eine Reise aufbreche, und schreibe mir die Empfehlungen für die jeweilige Region heraus. Man sollte nur niemals glauben, dass man all die 1000 Plätze tatsächlich noch zu Gesicht bekommt, bevor man stirbt!

Reiseliteratur: William Sutcliffe

William Sutcliffe: Are you experienced?

(englisch) Eine tolle Satire auf die sogenannten Gap-Year-Reisen junger Studenten, und insbesondere auf die stets nach Patschuli duftenden Reisenden auf der Suche nach sich selbst, denen man beim Reisen in Indien so begegnet und vermutlich auf ewig begegnen wird. Viele Wahrheiten, die man verdrängt, weil man sich tatsächlich oft selbst darin wiederfindet… Man lacht sich krumm, man lernt eine Menge, man schämt sich fremd. Und am Ende der Lektüre ist man dann selbst ein klein wenig mehr experienced – so funktioniert Reiseliteratur!

Reiseliteratur: Jack Kerouac

Jack Kerouac: Unterwegs

Keine Frage: Wer das Reisen liebt, der muss auch Kerouac gelesen haben! Und am besten natürlich seinen Klassiker ‚Unterwegs‘, dessen englischer Titel ‚On the road‘ die Sache irgendwie noch prägnanter trifft. Jazz, Marihuana, Sex und Freiheit – die Zauberwörter der Beat Generation. Trampend bewegen sich die jungen Aussteiger um Kerouac durch die Weiten Amerikas, immer auf der Suche nach einem intensivenrauscherfüllten Dasein. Und niemand kann dieses Lebensgefühl so gut beschreiben wie Kerouac, der Großmeister des Beat.

Reiseliteratur: Henri Charriere

Henri Charrière: Papillon

Auch dieser Roman ist nicht per se Reiseliteratur. Und doch ist der Protagonist fast permanent unterwegs, denn er befindet sich auf der Flucht. Eine unvergleichliche Geschichte mit vielen ungeahnten Wendungen. Autobiographisch und sehr bewegend. Kein Wunder, dass dieser Stoff auch verfilmt werden musste. Papillon ist seit meinem vierzehnten Lebensjahr mein absolutes Lieblingsbuch und vermutlich das einzige, das ich schon drei mal gelesen habe!

Reiseliteratur: Lucy Irvine

Lucy Irvine: Eva und Mister Robinson

Dieses Buch spielt mit einer Ur-Sehnsucht des Menschen, nämlich jener, autark und im Einklang mit der Natur zu leben. Und die Geschichte ist tatsächlich autobiographisch. Sie beginnt mit der Zeitungs-Annonce ‚Schriftsteller sucht Frau für ein Jahr auf tropischer Insel‘. Und die damals vierundzwanzigjährige Lucy Irvine lässt sich nach langem Überlegen tatsächlich auf dieses Abenteuer ein. Sie verbringt ein Jahr auf einer einsamen Insel, alleine mit einem vorher völlig fremden Mann. Und sie schafft es wirklich auf beeindruckende Weise, von all den HerausforderungenBelohnungen und inneren Dramen zu erzählen, die ihre Zeit im vermeintlichen Paradies begleiten. Reiseliteratur der etwas anderen Art.

Reiseliteratur: Sarah Macdonald

Sarah MacDonald: Wo bitte geht’s zur Erleuchtung?

Kein Wunder, dass dieses verrückte Land Indien so viele tolle Geschichten hervorbringt. War man einmal dort, weiß man, dass man diese an jeder Ecke selbst erleben kann! Und kein Wunder auch, dass ich Reiseliteratur über Indien verschlinge. Denn die Faszination, die ich mit dem Land verbinde, ist anhaltend. Auch diese Geschichte von einer schwer erkrankten Engländerin, die auf dem Subkontinent nach ihrem persönlichen Sinn des Lebens sucht, liefert einen tollen Einblick in die Spiritualität des Landes und all den Irrsinn, der diese begleitet. Laut Klappentext ist das Buch ’so bunt und laut wie ein Bollywood-Film‘. Und dem kann ich nur zustimmen.

Reiseliteratur: Christian Kracht

Christian Kracht: Der gelbe Bleistift

Ja, auch der Schweizer Pop-Literat Kracht hat Reiseliteratur verfasst. Und gar nicht mal wenig. Er war lange Zeit Indien-Korrespondent des Spiegel und hatte über Jahre eine Kolumne in der Welt am Sonntag, in der er über seine Erlebnisse in asiatischen Ländern berichtete: ‚Der gelbe Bleistift‘. Das gleichnamige Buch ist sehr amüsant zu lesen und lässt den Leser trotzdem immer noch kleine Feinheiten über asiatische Kultur lernen. Manchmal bewegt sich Kracht dabei an der Grenze zur Überheblichkeit, aber immer wenn man ihn gerade nicht mehr mögen möchte, kriegt er wieder galant die Kurve. Gerade für Asienliebhaber wie mich selbst ein tolles Buch!

Reiseliteratur: Mike Horn

Mike Horn: Breitengrad Null

So, jetzt noch mal Butter bei die Fische! Was Mike Horn geschafft hat, grenzt an puren Wahnsinn. Er hat die Welt einmal umrundet, immer entlang des Äquators. Und das ausschließlich ohne Motoren, sprich laufend, radelnd, paddelnd, kletternd! Von der Westküste Afrikas aus beginnt er seine Reise und überquert erst mal in einem kleinen Boot einen Ozean. Spätestens bei seiner nun folgenden Durchquerung von 6000 Kilometern südamerikanischem Dschungel zu Fuß kann man dann nicht mehr aufhören zu lesen. Mir ist ein absolutes Rätsel, warum dieses Buch so unbekannt ist. Denn nicht nur ist Horn die Definition eines Abenteurers und Draufgängers. Er kann seine Erlebnisse auch noch recht bildhaft in Worte fassen. Eine geradezu atemlose Leseerfahrung!

Reiseliteratur: Helge Timmerberg Palast der gläsernen Schwäne

Helge Timmerberg: Im Palast der gläsernen Schwäne

Ihr habt es schon gemerkt: Timmerberg hat es mir angetan. Was das Schreiben angeht, sehe ich in ihm tatsächlich eine Art Idol. Seine Reiseliteratur ist offen und kompromisslos, und er macht sich trotzdem immer die Arbeit, nach schönen Formulierungen zu suchen. Noch dazu ist er einfach leicht bescheuert und wagt sich in ungewöhnliche Abenteuer. Muss man einfach mögen! Dieses Buch ist die Neuauflage einer ziemlich alten Timmerberg-Erzählung. Man merkt förmlich, wie in ihm noch immer das Feuer des Entdeckers brennt! Da das Buch in den 80er Jahren entstand, kann man mit diesem Buch tolle Vergleiche zum Indien von heute ziehen. Gerade für Indien-Liebhaber ein echter Lesegenuss.

Reiseliteratur: Paul Theroux

Paul Theroux: Das Tao des Reisens

Eine solche Liste könnte nicht komplett sein ohne den Großmeister der Reiseliteratur Paul Theroux. Doch dieses Buch macht die Sache gleich noch besser. Denn im ‚Tao of Travel‘ hat Theroux alle seine persönlichen Lieblingsschriftsteller versammelt und präsentiert Ausschnitte aus deren besten Texten. Nabokov, Dickens, Twain, Greene, Hemingway, … . Durch Therouxs Beleuchtung unterschiedlicher Reiseaspekte anhand von Zitaten und Anekdoten wird der Leser an all jene Schriftsteller herangeführt, welche die Wurzel der Reiseliteratur bilden. Das Buch ist dabei so vielseitig wie die Liste der Autoren. Und die Punkte, auf die Theroux seine Erkenntnisse herunterbricht, würde ich exakt so unterschreiben:

  1. Verlass dein Zuhause
  2. Reise alleine
  3. Reise mit leichtem Gepäck
  4. Nimm eine Landkarte mit
  5. Reise auf dem Landweg
  6. Geh zu Fuß über eine Grenze
  7. Führe ein Reisetagebuch
  8. Lies einen Roman, der nichts mit dem Ort zu tun hat, an dem du dich befindest
  9. Wenn du schon ein Handy dabei hast, vermeide wenigstens, es zu benutzen
  10. Finde einen Freund

Und wer jetzt immer noch nicht genug hat, der sollte sich vielleicht mal meine eigenen Bücher ansehen!

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11 Kommentare

  • Tolle Liste. Fliegen ohne Flügel fand ich auch total beeindruckend.

    Kleiner Lesetipp: Peter Hesslers Buch Überland / Overland. Der Amerikaner lebte ein paar Jahre in China und schreibt im Buch drei gewaltige Reportagen, wie die Mobilität China verändert hat. Im ersten Teil unternimmt er selber einen Roadtrip, im zweiten verfolgt er über mehrere Jahre die Entwicklung in einem Dorf ausserhalb von Peking, nachdem dieses eine Strasse bekommen hat und plötzlich die Hauptstädter übers Wocheenende aufs Land kommen. Im dritten Teil beobachter er einen Industriestandort im Süden, der eine Autobahn bekommt. Hessler ist dabei immer unglaublich nahe an den Menschen und beschreibt die Entwicklungen ganz genau. Auch wenn dich China nicht so sehr interessiert, solltest du dir das Buch mal ansehen. Meiner Meinung ist Hessler einer der besten Reisebuchautoren der Gegenwart und ich denke, von seiner Schreibe lässt sich sehr viel lernen.

    Gruss,
    Oli

    • Danke, Oli! Das Buch klingt sehr spannend. Und China interessiert mich mehr, als es vielleicht scheint. Steht auch ziemlich weit oben auf meiner Liste der nächsten Ziele!
      Viele Grüße,
      Marco

  • Schöne Liste. „Abenteuer am blauen Nil…“ von Nehberg, aber auch „Unterwegs“ von Kerouac haben mir beim Lesen viel Freude gemacht. Genauso Tiziani. Zu den wichtigen zeitgenössischen Autoren würde ich noch Andreas Altmann hinzufügen.

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