Ranong – Geheimtipp in Thailands Süden

Marco Buch beim Ausblick auf Koh Kam Tok

Was Chumphon für die Ostküste, ist Ranong für den Westen Thailands: Ein Verkehrsknotenpunkt, der vor allem angesteuert wird, um zu den der Küste vorgelagerten Inseln zu gelangen. Da die Inseln in der Andamanensee wie Ko Chang und Ko Payam jedoch deutlich weniger besucht werden als ihre Konterparts im Osten, ist Ranong tatsächlich auch noch etwas ruhiger als Chumphon. Doch gerade das macht die kleine Stadt so attraktiv!

Ich habe für Dich mal alle Orte und Aktivitäten gesammelt, die in der Ranong-Gegend einen Besuch wert sind.

Guter Kaffee und Geschichten im Gong Valley

Gong von Gong Coffee beim erklären
Kaffee-Spezialist Gong in Action.

Wer interessiert ist an Skurrilem, der ist bei Gong goldrichtig. Der charismatische Thailänder ist ein weltweit angesehener Kaffee-Spezialist, vor allem aber ist er ein guter Geschichtenerzähler. Ganz in der Nähe von Ranong hat er sich ein kleines, schräges Imperium aufgebaut. Hier kannst Du inmitten von Kaffeemühlen aus aller Welt sitzen, Gong beim Rösten seiner Spezialbohnen zusehen und dabei seinen wilden Stories lauschen. Der Geschmack seines Kaffees ist umwerfend! Anschließend lohnt sich ein Essen im angrenzenden Restaurant, das sehr raffinierte Gerichte auftischt. Und wer dann immer noch nicht genug hat, kann sich hier gleich in einer der kleinen Hütten einmieten und über Nacht bleiben.

Restaurant aus Teakholz bei Gong Coffee
Das hübsche Restaurant liegt direkt am plätschernden Bach.

Gut zu wissen: Gongs Kaffeebohnen kommen aus einem Kollektiv von örtlichen Familien. Er schmeckt also nicht nur vorzüglich, sondern ist auch ethisch einwandfrei!

Sunset Cruise auf dem Royal Andaman Boat

Der Fluss Mae Nam Kraburi trennt Thailand bei Ranong von Myanmar, und sein Mündungsdelta ist wirklich beeindruckend. Genau hier kann man ein traditionelles Holzboot besteigen und damit in den Sonnenuntergang cruisen.

Ausflugsboot auf dem Fluss vor Ranong

König Rama V besuchte Ranong 1890 und man schipperte ihn in einem solchen Boot über den Fluss; der Sunset Cruise ist inspiriert von diesem ehrwürdigen Besuch.

Longtail Boot vor einer Insel bei Ranong
An Land oder auf den kleinen Inseln im Fluss gibt es immer etwas zu entdecken.

An Bord des Bootes wirft man sich in traditionelles Gewand und lässt sodann die unbebaute Schönheit der beiden Länder an sich vorbeiziehen. Zum Sonnenuntergang wird ein traditioneller Tanz aufgeführt, danach gibt es ein mehrgängiges Luxus-Menu mit vielen Meeresfrüchten.

Tänzerin tanzt traditionellen Ranong-Tanz an Bort des Royal Andaman Bootes

Zum Ende des Ausfluges lässt man ganz traditionell eine Kerze in Kokosnussschale ins Wasser gleiten und wünscht sich dabei etwas.

Marco Buch an der Bar auf dem Royal Andaman Boat
Kurz habe ich überlegt, ob ich nicht einfach Barkeeper auf dem Boot werden soll.

Die Crew an Bord besteht zum größten Teil aus sehr freundlichen Burmesen und mit etwas Glück spielt sogar noch eine junge Band ein paar thailändische Schmachtfetzen. Ein rundum positives Erlebnis!

Clemens Sehi und Marco Buch beim musizieren auf dem Royal Andaman Boat
Und dann ließ die Band auch noch Clemens (@travellersarchive) und mich musizieren!

Tipp: Um das Boot zu buchen, muss man eine Gruppengröße von 15 Personen haben. Eine gute Ausrede, um in der Stadt ein paar Leute anzuquatschen und sie zu fragen, ob sie nicht mitkommen möchten.

Mit dem Rad zu den heißen Quellen von Ranong

Ranong ist besonders bei einheimischen Touristen für seine zahlreichen heißen Quellen berühmt. Und tatsächlich fühlen sich die 35 Grad Lufttemperatur nach einem Bad im 42 Grad warmen Becken fast erfrischend an!

Die schönste Art und Weise, die heißen Quellen zu erreichen, ist eine morgendliche Fahrradtour. Vorbei an erwachenden Einheimischen geht es zunächst flach, dann über eine kleine Steigung zu den Pornrung Hot Springs, wo man aus Becken mit unterschiedlichen Temperaturen wählen kann. Will man es ganz traditionell, dann sollte man nach dem Bad im heißen Wasser ein in den Quellen gegartes Ei mit Sojasauce verzehren. Das ist offenbar auch gut für den Körper.

Menschen in einem Becken mit heißem Wasser an Pornrung Hot Springs Ranong
Die Pornrung Hot Springs ziehen eher einheimische Touristen an.

Alternativ kann man auch die erst kürzlich eröffneten Taryn Hot Springs besuchen, die etwas näher an der Innenstadt liegen und ein bißchen luxuriöser anmuten.

Pool und Haus bei den Tayrin Hot Springs

Wundervolle Inseln ohne Besucher: Der Laem Son National Park

Ähnlich wie  an der Ostküste haben sich auch hier unter den Inseln ein paar Platzhirsche herauskristallisiert, vor allem die oben genannten Koh Chang und Koh Payam. Die restlichen, kleineren Inseln wurden bisher glücklicherweise von der Bebauung verschont; die schönsten dieser Inseln liegen im Laem Son Nationalpark. Man kann diese Perlen in einer Tagestour ab Ranong besichtigen und sich dabei das echte Leo-di-Caprio-Gefühl holen!

Koh Yipun

Schon die erste Insel auf der Tour weiß mit einem hübschen Strand zu überzeugen. Besonders schön soll es hier aber sein, wenn die Ebbe den Weg zur gegenüberliegenden Insel freigibt.

Long tail Boat am Strand von Koh Yipun
Gibt es etwas, das mehr nach Thailand aussieht, als ein Longtail Boot am Strand?!

Koh Kang Kao

Die Inseln vor Ranong sind wirklich fast zu schön, um wahr zu sein. Nicht ohne Grund ist der Laem Son Nationalpark Naturschutzgebiet, was hoffentlich noch lange so bleibt.

Boot am Strand von Koh Kang Khaoi

Koh Kang Khao, die Fledermausinsel, bietet einen breiten und langen Strand mit perfekt weißem Sand. Leider findet man hier auch eine Menge Müll, aber das ist wirklich der einzige Wermutstropfen!

Hier lässt es sich mitunter auch toll schnorcheln, manchmal allerdings ist die See zu aufgewühlt, um etwas zu sehen.

Schnorchel in einem Baum am Strand von Koh Kang Khao
Die Natur hat sogar einen Schnorchelhalter installiert.

Koh Kam Tok

Schon aus dem Boot wirken die zwei sichelförmigen Strände mehr als malerisch. Eine Landzunge verbindet die Insel mit einer noch kleineren und bildet so die einzigartige Form von Koh Kam Tok.

Doch für einen wirklich atemberaubenden Blick über dieses kleine Paradies lohnt es sich, den steilen und etwas anstrengenden Pfad zum Aussichtspunkt auf sich zu nehmen!

Marco Buch beim Ausblick auf Koh Kam Tok

Auch auf Meereshöhe bieten die verschiedenen Strände von Koh Kam Tok tolle Ausblicke. Auf der Landzunge spenden Bäume Schatten und hölzerne Bänke und Tische viel Platz, um sich auszuruhen. Und um die von der Tour-Company mitgebrachten zahlreichen Leckereien zu verzehren!

Marco Buch und andere Blogger auf einer Schaukel auf Koh Kam Tok
Sand auf der Haut, Meeresfrüchte im Bauch: Glückliche Blogger auf Koh Kam Tok!

Roi Pee Tien-Sue House

Hundert Jahre sind bei uns für ein Gebäude kein Alter, hier jedoch ist das ein Ereignis. Das alte Holzhaus im chinesischen Stil dient heute vor allem als Veranstaltungsort für das chinesische Neujahrsfest. Im restlichen Teil des Jahres kann man hier junge Menschen dabei beobachten, wie sie Selfies schießen. Der clevere Betreiber des Hauses hat gleich mehrere dekorative Spots dafür erschaffen und ist sich nicht zu schade, den Besuchern auch noch zu zeigen, wo sie für den besten Schuss stehen müssen.

Augespannte Regenschirme zur Dekoration im Roi Pee Tien Sue House Ranong

Wer Interesse an der Geschichte des Hauses und seinem Erbauer Tien Sue, einem vor über hundert Jahren nach Thailand eingewanderten Chinesen hat, kann sich einer der kostenlosen Führungen durchs Haus anschließen, die wirklich spannend sind.

So oder so, ein Besuch des Hauses kann nicht schaden.

Marco Buch mit Sonnenschirm vor dem 100 year old house.
Ich habe den Ort genutzt, um mir von chinesischen Touristinnen Insta-Posen beibringen zu lassen…

Cashews essen und trinken

Im Coffee Garden in Ngao ist nicht der Kaffee die eigentliche Spezialität, sondern die im angrenzenden Haus zubereiteten Cashew-Nüsse. Seit ich mal auf Ko Chang versucht habe, mit dem Mund eine Cashew-Nuss aus ihrer Schale zu befreien und mir dabei den ganzen Mundwinkel verätzt habe, weiß ich, dass 1. Thailand viele Cashew-Bäume hat und 2. die Nuss im Rohzustand stark säurehaltig ist.

Schikld mit Werbung für Thailand
Trotzdem halte ich mich nach wie vor an diesen Leitspruch.

Hier in Ngao kann man die Einheimischen dabei beobachten, wie sie die Nüsse mitsamt Schale zunächst über einem heißen Feuer rösten und dann jede einzelne Nuss in Handarbeit freilegen. Dieser langwierige Prozess erklärt wohl auch, warum die Cashew-Nuss vergleichsweise teuer ist.

Mann röstet Cashewnüsse über einem rauchenden Feuer

Nach der aufschlussreichen Tour empfiehlt es sich, im Garten einen Cashew-Shake zu schlürfen oder sich im angrenzenden Shop aus einem riesigen Sortiment an Thai-Spezialitäten ein paar Souvenirs zu besorgen.

Echtes thailändisches Leben in Hat Som Paen

Da ich ein riesiger Fan der thailändischen Kultur bin, war ein Ausflug in die Gegend Hat Som Paen mit ihren kleinen Dörfern ein echtes Highlight.

Brücke über einen Fluss bei Ranong

Hier kann man eine ehemalige Zinnmine besuchen und darf sogar selbst schürfen (superanstrengend) oder aber in der Keramikschmiede lernen, wie man Keramik selbst macht (gar nicht anstrengend). Die alten Leute vor Ort nutzen hierfür den für diese Gegend typischen weißen Ton und heissen Besucher dermaßen herzlich willkommen, dass es eine wahre Freude ist!

Marco Buch in einer Zinnmine in Hat Som Paen
Noch lache ich, aber ich habe auch mit dem Schürfen noch nicht begonnen!

Man kann hier auch das typische Dessert Lod Chong aus glibbrigen grünen Nudeln und Kokosmilch probieren oder in einer der Garküchen für höllisch scharfe, aber fantastisch schmeckende Speisen einkehren.

Songthaew vor grünen Bäumen bei Ranong
Transportiert wird man in Thailand klassisch im fotogenen Songthaew, einem offenen Transporter.

Vor allem aber sollte man immer mal wieder aussteigen und das ganz normale Leben bestaunen. Kleine Tempel, ruhig dahinfließende Flüsse, dampfender Dschungel und Locals mit staunenden Augen und lächelnden Gesichtern. Ziemlich genau so habe ich Thailand 2004 empfunden, als ich dem Land kurzerhand mein Herz schenkte!

Tipp: Wir haben im Restaurant Som Cho gegessen und da war es sehr lecker! Hier habe ich wieder mal ein neues Gericht kennengelernt: Bittere Bohnen mit Schweinefleisch. Delikat!

Teller mit verschiedenen Thai-Gerichten
Alles lecker! Die bitteren Bohnen siehst Du auf der rechten Seite.

Hotel in Ranong

Am ruhigen Rand Ranongs, nicht weit vom Nachtmarkt findet man das schicke Namsai Khaosuay Hotel mit luftigen Innenhöfen, viel Grün und einem hübschen Haupthaus aus Teakholz. Die Zimmer sind etwas dunkel, aber recht geräumig. Und das traditionelle Frühstück wird im ersten Stock auf einer Art hölzernem Plateau gereicht.

Alternativ schien mir das The B ein wirklich cooles Hotel zu sein. Schräges Design, Pool auf dem Dach, und dann noch eine hoteleigene Oldtimer-Sammlung. So kriegt man mich wohl immer!

Essen in Ranong City

Im Restaurant Chok Din gibt es authentisches Thai-Essen und alles ist sehr lecker. Das Restaurant hat sich auf Isaan-Gerichte spezialisiert, sodass man hier auch tolles Som Tum oder Larb essen kann. Die Überraschung im Restaurant ist die erst zwölfjährige Tochter der Betreiberfamilie, die so fantastisch singt, dass man es kaum glauben kann. Also schnell hin da, bevor sie die Bühnen der Welt erobert!

Ein weiteres empfehlenswertes Restaurant ist das Kour Charoen, wo ich Gerichte gegessen habe, von denen ich noch nie etwas gehört hatte. Und das nach sicherlich schon 20 Trips nach Thailand!

Richtig toll ist auch der Nachtmarkt Ranongs, auf dem ich ebenfalls Gerichte gefunden habe, die ich noch nicht kannte!

Frau mit Teigtaschen bei Ranong
Durch die zahlreichen chinesischen Einwanderer findet man in Ranong viele Stände mit köstlichen Dim Sum.

Nachtleben in Ranong

Das Nachtleben in Ranong war eine echte Überraschung! Auf der Hauptstrasse gibt es zahlreiche Optionen, um einen Drink zu nehmen. Bei manchen Läden sitzt man draußen, bei manchen klimatisiert drinnen. Im Farmhouse etwa gibt es deutsches Bier und gute Cocktails, in der Bar des The B Hotels ist immer viel los und es gibt live-Musik.

OOldtimer und Motorräder auf der Strasse in Ranong

Später dann sollte man unbedingt noch ins @ Twin gehen, einen kleinen, gut besuchten Club mit einem Mix aus Thai und internationaler Musik. Das Publikum hingegen besteht fast ausschließlich aus Einheimischen und diese sind interessiert und superfreundlich.

Beachten: Das @ Twin macht bereits um 1 zu.

Doch wenn der Club dann dicht macht, setzt man sich in einen der wenigen Läden, die noch aufhaben, zu den Locals und trinkt noch ein Bier. Ein echtes Highlight!

Anreise nach Ranong

Die Anreise in den Süden Thailands erfolgt über Bangkok. Thai Airways bietet täglich Direktflüge von mehreren deutschen Städten wie Frankfurt oder München an. Zubringer mit Lufthansa ab allen deutschen Flughäfen sowie Rail&Fly sind im Ticket eingeschlossen. Der Flug dauert knapp 11 Stunden.

Wer etwas Zeit hat, dem empfehle ich den Nachtzug runter nach Ranong. Leute mit weniger Zeit sollten direkt von Bangkok nach Surat Thani weiterfliegen. Leider muss man hierfür zumeist den Flughafen wechseln. Der Skytrain, der dann beide Flughäfen verbindet, sollte aber in den nächsten Jahren vollendet werden, was den Transfer deutlich erleichtern wird.

Und hier noch ein paar bewegte und mitunter auch bewegende Bilder aus dem Süden Thailands:

Southern Thailand – Insider tips for Chumphon and Ranong

Transparenz: Eine unbezahlte Pressereise hat mir diese tollen Einblicke in eine mir noch nicht so vertraute Region ermöglicht. Flug, Unterkunft, Verpflegung und alle Aktivitäten wurden mir von der TAT (Tourism Authority of Thailand) und Thai Airways bezahlt, was die Objektivität meiner Berichterstattung jedoch nicht beeinflusst. Vielen Dank an dieser Stelle!

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