Hausboot mieten in Frankreich: Die Entdeckung der Langsamkeit

Wem der Sinn nach Entspannung, Ruhe und Natur steht, der ist auf einem Hausboot in Frankreich gut aufgehoben. Ein solches Boot lässt sich einfach mieten und ist mit allem ausgestattet, was man so braucht. Ein echtes schwimmendes Zuhause! Und dann heisst es erst mal nur noch schippern und genießen.

Ich habe eine solche Tour im Hausboot vor vielen Jahren unternommen, doch seither nie vergessen, welch angenehme Gemächlichkeit ein Urlaub auf dem Hausboot mit sich bringt. Gemeinsam mit meiner damaligen Freundin sowie einem befreundeten Pärchen fuhren wir damals mit dem Auto runter nach Südfrankreich, wo wir in Narbonne das gemietete Hausboot übernahmen. Wir hatten uns für die Fahrt nach Narbonne viel Zeit gelassen und unterwegs drei mal auf Zeltplätzen übernachtet. Am Boot angekommen unterschrieben wir noch schnell den Mietvertrag und warfen unser gesamtes Hab und Gut dann auf das hübsche – und erstaunlich große – Boot.

Hinweis: Für ein Boot dieser Größe benötigt man einen Bootsführerschein, über den mein Freund Oliver zum Glück verfügte. Kleinere Boote darf man aber auch ohne Führerschein fahren.

Wem der Sinn nach Bootfahren in der Karibik steht, der sollte sich hier mal umschauen:

Kaum waren die Leinen los, stellte sich auch schon eine angenehme Ruhe ein. Denn auf dem Kanal passiert alles in allem nicht viel und man ist mit gemächlicher Geschwindigkeit unterwegs. Wir hatten für unsere Woche an Bord den Canal du Midi ausgewählt, auf dem wir theoretisch bis Toulouse hätten fahren können. Doch unser Plan war, einfach so weit zu kommen, wie wir nun eben kommen sollten in den acht Tagen, die wir für dies Tour eingeplant hatten.

Die nächsten Tage waren wirklich wahnsinnig entspannend. Wir saßen an Deck und sonnten uns, winkten den Besatzungen anderer Boote zu und genossen die Ausblicke in die Natur. Oliver navigierte unser Hausboot routiniert und wir anderen halfen ihm, wo wir konnten. Alle paar Kilometer waren wir alle gefragt, wenn wir wieder eine der zahlreichen Schleusen erreichten. Leinen legen, Fender an die richtigen Stellen hängen, und dann auf das Ablassen des Wassers aus der Schleuse warten. Leinen wieder los und weiter ging es; schon bald hatten wir richtig Übung in diesen Manövern.

Für eine ganz andere Art des Bootserlebnisse solltest Du übrigens diesen Artikel hier lesen:

Am schönsten wurden die Tage am späten Nachmittag, wenn die Sonne sich langsam rot färbte und sich zum untergehen bereitmachte. Nun saßen wir allesamt hinten in der gemütlichen Sitzecke, schlürften einen Pastis mit Eiswürfeln und hielten nach einem guten Ankerplatz für die Nacht Ausschau. Sobald dieser gefunden war, vertäuten wir das Boot und zwei von uns nahmen die Fahrräder (kann man direkt beim Hausboot dazumieten) und radelten in den nächsten Ort, um Lebensmittel für das Abendessen zu kaufen. Dann wurde gemeinsam gekocht und Wein getrunken, und nicht selten saßen wir noch bis lang in die Nacht zusammen und spielten Karten und quatschten.

Am nächsten Morgen dann waren die jeweils anderen beiden dran, um mit den Fahrrädern Croissants für das Frühstück zu besorgen. Einmal hatte sich am Abend gar ein Hund zu uns gesellt, der dann die ganze Nacht über neben unserem Boot schlief und uns bewachte. Am liebsten hätten wir ihn mitgenommen auf unserer weiteren Fahrt auf dem Canal du Midi.

Auf diese Art und Weise schipperten wir gemächlich Richtung Toulouse, bis es am vierten Tag dann Zeit wurde, wieder umzudrehen und in Richtung Ausgangspunkt zu fahren. Nun musste man an den Schleusen einen neuen Ablauf lernen, denn nun wurde man hochgehievt statt abgelassen. Aber auch da entwickelten wir schnell eine Routine.

Als wir nach acht Tagen schließlich wieder Narbonne erreichten, waren wir alle gebräunt und tiefenentspannt. Fast wehmütig nahmen wir Abschied von unserem Boot und spielten noch ein letztes Mal unsere Vertäuungs-Choreographie durch. Dann sprangen wir ins Auto und machten uns auf einen ebenfalls wieder langsamen Weg zurück nach Deutschland.

Auch Jahre später habe ich diesen Urlaub als wunderschön in Erinnerung. Vielleicht sollte ich demnächst mal wieder ein Hausboot mieten!

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